Verabschiedung von Ludwig Widmann
Immer gedient

Mit militärischen Ehren wurde auf dem Kirchplatz Abschied von Oberstleutnant a. D. Ludwig Widmann genommen. Redner würdigten beim Requiem das Wirken des verstorbenen Wahl-Grafenwöhrers. Bild: mor
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Grafenwöhr
10.09.2016
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"Als Offizier und Gentlemen" bezeichnete Frank Wohl vom Lionsclub Weiden Ludwig Widmann. Der ehemalige Dienststellenleiter des damaligen Verbindungs- und Truppenübungsplatzkommandos der Bundeswehr, Oberstleutnant a. D. Ludwig Widmann, ist mit 80 Jahren gestorben.

Nach dem Requiem in der Friedenskirche wurde er mit militärischen Ehren am Kirchplatz verabschiedet, Redner würdigten das Engagement des Wahl-Grafenwöhrers.

Stadtpfarrer Bernhard Müller, Ruhestandspfarrer Monsignore Karl Wohlgut und Prälat Josef Schweiger, ein Schulfreund des Verstorbenen, zelebrierten den Trauergottesdienst. In der Predigt skizzierte Stadtpfarrer Müller den Lebensweg Widmanns, der am 25. August 1936 in Riedenburg geboren wurde. 1961 heiratete er seine Gisela, sie bekamen zwei Kinder. 1960 trat er in die Bundeswehr ein, nach mehreren Stationen führte der Beruf ihn und seine Familie 1986 nach Grafenwöhr, wo er auch nach der Pensionierung blieb.

Der Geistliche hob das ehrenamtliche und wohltätige Wirken Widmanns hervor. Als sportlicher Mensch war er mit Fußball, Tennis und Schwimmen aktiv. Einen schnellen Tod erlitt Widmann vor einer Woche im Waldbad durch einen plötzlichen Herzstillstand. "Gott lässt uns nicht fallen, trägt und hält uns, auch im Tod vertrauen wir darauf", tröstete der Geistliche. In der Kirche wurden die Nachrufe für Ludwig Widmann gesprochen.

Dem Lions-Motto "We serve" - Wir dienen - kam Widmann als Mitglied des Lionsclub Weiden nach, bestätigte Wohl. Widmann gehörte dem Club seit 1988 an und war ehemals auch als Clubschreiber und Vizepräsident im Vorstand aktiv. Er engagierte sich in der Weidener Tafel und gab dort auch Lebensmittel aus. "Wir sind stolz und dankbar, dass wir ihn hatten, er hat unseren Club bereichert", schloss Wohl.

Hans Gleißner vom Tennisclub Grafenwöhr ehrte den aktiven Sportler und Förderer des Tennissports und stellte sein kameradschaftliches Wirken heraus. "Er war ein treuer und geschätzter Kamerad", ging Dieter Hannemann vom Soldaten-, Reservisten- und Kameradschaftsbund 1881 auf die Mitgliedschaft von Ludwig Widmann ein.

Seit 1988 gehörte Ludwig Widmann auch dem Heimatverein an, berichtete Vorsitzender Willi Buchfelder. Widmann war aktives Mitglied im Vorstand und hatte beim Ausbau des Museums Großartiges als Fürsprecher bei der Bundeswehr und der US-Armee geleistet.

Viele Gruppen von Soldaten und zivilen Besuchern führte er durch die Ausstellung und verrichtete mit seiner Frau Gisela Museumsdienst, sagte Buchfelder. Wegen seiner Verdienste für Verein und Museum wurde er 2009 zum Ehrenmitglied im Heimatverein ernannt.



Ludwig Widmanns WerdegangDen militärischen Werdegang von Oberstleutnant a. D. Ludwig Widmann zeigte der neue Dienststellleiter und Kommandant der Truppenübungsplatzkommandantur, Oberstleutnant Florian Rommel, auf. 1960, mit 24 Jahren, trat Widmann als Offiziersanwärter in Stadtallendorf in die Bundeswehr ein. Nach der Ausbildung war er elf Jahre in Munster an der Panzertruppenschule. Das Heeresamt in Köln und der Truppenübungsplatz Baumholder waren weitere Stationen, bevor er in Grafenwöhr 1986 seinen letzten Dienstposten antrat.

Auch nach der Pensionierung im September 1993 war Widmann der Dienststelle weiter verbunden. Für seine hervorragenden dienstlichen Leistungen wurde er mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold ausgezeichnet.

Doch nicht nur bei der Bundeswehr wurden seine Leistungen anerkannt, auch bei den amerikanischen Streitkräften war Oberstleutnant Widmann geschätzter und angesehener Partner. Er wurde mit der amerikanischen Meritorious Service Medal ausgezeichnet.

"Mit Oberstleutnant Widmann geht ein Offizier der alten Schule, der vom soldatischen Geist durchdrungen war und seinen Beruf als Berufung verstand und gelebt hat", sagte Oberstleutnant Rommel.

Gemäß dem Wunsch des Verstorbenen sang der Chor das Gebet aus dem Großen Zapfenstreich "Ich bete an die Macht der Liebe". Bei der Verabschiedung auf dem Kirchplatz war der Sarg mit der Bundesdienstflagge und dem Panzerbarett des Oberstleutnant a. D. bedeckt. Soldaten der Truppenübungsplatzkommandantur stellten die Ehrenwache. Ein Trompeter des Heeresmusikkorps intonierte das "Gute Kamerad Lied".

Soldaten, zivile Mitarbeiter und ehemalige Angehörige der Bundeswehrdienststelle in Grafenwöhr gaben dem Verstorbenen die letzte Ehre. Stabschef Oberst Clark Lindner vom 7th ATC und Captain Jacob White von der US-Armee Garnison Bavaria sowie Jim Federline vertraten die amerikanische Seite. (mor)
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