Wahlen in Österreich
Freundschaft vor Politik

Bürgermeister Alfred Riedl hofft, dass nach der Wahl wieder die Politik im Vordergrund steht. Bild: hfz
Vermischtes
Grafenwöhr
24.05.2016
63
0

Österreich hat seit Montag einen neuen Bundespräsidenten. Die Wahl hat für viele Diskussionen in der Bevölkerung gesorgt - auch in den Partnergemeinden von Grafenwöhr und Mockersdorf - Grafenwörth und Mogersdorf.

Grafenwöhr/Mockersdorf. Mit Alexander Van der Bellen hat Österreich seit Montag einen neuen Bundespräsidenten. Mit 50,35 Prozent der Stimmen setzte sich der von den Grünen unterstützte Politiker in der Stichwahl gegen Norbert Hofer von der rechtspopulistischen FPÖ durch. Die Wahlen haben gezeigt: Die österreichische Bevölkerung ist gespalten.

"Die Wahlen haben grundsätzlich polarisiert", berichtet Alfred Riedl (ÖVP), der Bürgermeister von Grafenwörth. 59,6 Prozent der Stimmen aus seiner Gemeinde gingen an Hofer. Mit der endgültigen Entscheidung seien die Emotionen nun aber wieder außen vor. "Wirkliche Entscheidungen trifft in Österreich nicht der Bundespräsident", betont er. Die Wahl habe sich zu einer Diskussion um Europa hochgeschaukelt. Riedl wünscht sich, dass nun - nach der Wahl - wieder die politische Arbeit im Vordergrund steht.

Ähnlich sieht das auch Josef Korpitsch (ÖVP), Bürgermeister von Mogersdorf. "Sicherlich hätten sich viele gewünscht, dass Norbert Hofer Bundespräsident wird", erklärt er. Seine Gemeinde hatte sich mit 70,4 Prozent für den FPÖ-Kandidaten ausgesprochen. "Ich denke aber, die Leute sind so vernünftig, zu akzeptieren, dass Van der Bellen der neue Bundespräsident ist." Außerdem sei egal wer Bundespräsident werde, wenn nicht die gesamte politische Ebene umdenke, werde es keine gravierenden Änderungen geben. Korpitsch hofft, dass durch das Wahlergebnis ein Ruck durch die Bundesregierung geht und "dass man wieder ordentlich zusammenarbeitet".

An dem Partnerschaftsverhältnis zwischen Mogersdorf und Mockersdorf wird sich auch mit dem Wahlergebnis nichts ändern. Das betont Bürgermeister Wolfgang Haberberger (CW-ML). "Da sind wir zu weit weg, als das wir uns von der Politik reinziehen lassen", erklärt er. "Das sind ganz herzliche Kameraden, da ist die große Politik außen vor", beschreibt er. Schon in zwei Wochen sei wieder eine Abordnung aus Mogersdorf in Mockersdorf zu Gast.

Edgar Knobloch freut sich, dass Österreich auch künftig ein pro-europäisches Staatsoberhaupt hat. Die Partnerschaft mit Grafenwörth hätte aber auch ein Bundespräsident Hofer nicht negativ beeinflussen können, ist Grafenwöhrs Bürgermeister sicher. Spätestens seit dem Jahrhunderthochwasser an der Donau und der Hilfe der Grafenwöhrer für die Gemeinde in Niederösterreich verbinde die Orte mehr als eine Partnerschaft auf dem Papier. "Da sind viele persönliche Freundschaften entstanden." Politik sei da zweitrangig. Auch mit seinem Freund Alfred Riedl habe er andere Gesprächsthemen. "Und wenn schon Politik, dann geht es um Kommunalpolitik."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.