Wolfgang Sporer spricht über toten Sohn
Junge mit großem Herz

Dieses Bild von seinem Sohn hat Wolfgang Sporer auf seinem Smartphone gespeichert. So möchte er seinen Dominik in Erinnerung behalten.
Vermischtes
Grafenwöhr
08.04.2016
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Dominik Sporer ist gestorben, sein Vater kann nichts daran ändern. Eins will Wolfgang Sporer für seinen Sohn aber noch tun: Mit falschen Gerüchten aufräumen, die sich um den Tod seines Sohnes ranken.

Richtig ist, dass Dominik Sporer die Sportbegeisterung zum Verhängnis wurde. Sein Sohn habe für das Bodybuilding gelebt, sagt Vater Wolfgang. Dazu gehörte für den 28-Jährigen Anabolika. Sonst seien viele falsche Gerüchte im Umlauf: "Ich hab sogar gehört, dass sich Dominik umgebracht haben soll. Es wird so viel Blödsinn geredet."

Keine Luft, hoher Puls


Tatsächlich verursachten anabole Substanzen in der Nacht zum 27. Juni 2015 einen Kollaps des Herz-Kreislaufsystems. Wolfgang Sporer war dabei, als sein Sohn starb. "Es war nicht so, dass Dominik einfach tot im Bett lag", stellt der Vater richtig. Um 4.12 Uhr habe in der Nacht das Telefon geklingelt. Dominiks Lebensgefährtin rief um Hilfe, der Freund in ihrem Bett bekam keine Luft. "Sein Herz schlug unheimlich schnell." Wolfgang Sporer setzte sich ins Auto und fuhr den Kilometer zur Wohnung der Freundin, Dominiks Mutter setzte den Notruf ab. Die "Helfer vor Ort" kamen kurz nach Wolfgang Sporer, zwei Minuten später war der Notarzt da. "Professor Holger Rupprecht hat alles getan, aber er konnte Dominik nicht retten." Die Obduktion ergab, dass Dominiks Herz unnatürlich groß war - wegen der Mittel, die er regelmäßig einnahm.

Wie lange er das getan hat, kann sein Vater nicht sagen. "Ich wusste, dass er etwas spritzt", gibt er zu. Aber wo die Mittel herkamen, darüber habe sein Sohn ebenso wenig gesprochen, wie über andere Hintergründe. Er habe ihn mehrfach angesprochen, gesagt, dass er auf seine Gesundheit achten soll. "Dominik hat gesagt, er wisse was er tut." Das hat er dem Sohn geglaubt. Dominik sei kein Luftikus gewesen. "Man kann sich nicht vorstellen, wie genau er auf seine Ernährung geachtet hat."

Vor zehn Jahren kam er über einen Mannschaftskameraden zum Bodybuilding. Die Begeisterung wuchs, der Sport verdrängte nach und nach den Fußball. Dominik habe dann alles für seinen Körper getan, es sei ihm nicht ums schnelle Muskelwachstum gegangen. Etwas Ungesundes kam nicht mehr auf den Teller, Nikotin oder Alkohol spielten keine Rolle. Dazu gehörte auch der Besuch beim Sportarzt vier Mal im Jahr. "Dabei ergab sich nie ein Hinweis auf gesundheitliche Probleme." Auch in den Tagen vor dem Tod habe es keine Anzeichen gegeben. "Am Vorabend war er mit seiner Freundin beim Pizzaessen."

Freundlich, aufgeschlossen


Einen Schuldigen sucht Wolfgang Sporer nicht. "Dominik war alt genug, er wusste was er tat." Aber für das Andenken seines Sohnes möchte er sich einsetzen, falschen Gerüchten entgegentreten. Dominik sei ein freundlicher und aufgeschlossener junger Mann gewesen, der allen Menschen ohne Vorurteile begegnete. So soll sein Sohn auch in Erinnerung bleiben.
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Wolfgang Göldner aus Weiden in der Oberpfalz | 11.04.2016 | 19:35  
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