Zahl der Kranichpaare nimmt weiter zu
Im Übungsplatz eingenistet

Dr. Miriam Hansbauer mit einem Kranich-Jungvogel. Die Diplom- Biologin ist zuständig für den Kranichschutz im bayerischen Raum.
Vermischtes
Grafenwöhr
08.08.2016
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Nicht nur der Seeadler hat im Truppenübungsplatz ein Zuhause gefunden. Auch der Kranich fühlt sich dort wohl. Zu verdanken ist das dem Erhalt von natürlichen Lebensräumen.

Durch die konsequente Arbeit von Forst, Umweltabteilung und Militär ist aus dem Truppenübungsplatz ein Schatzkästchen geworden, das eine einzigartige Vielfalt an Tieren und Pflanzen beherbergt - darunter auch geschützte Spezies. Im Laufe des vergangenen Jahrzehntes gelang sogar die schrittweise Einbürgerung von Kranichen. Die Kranichpopulation gehört mittlerweile zur bedeutendsten in ganz Bayern. Durch eine besonders naturnahe Gestaltung und Erhaltung der Feucht- und Moorlebensräume bieten sich dem Vogel im Truppenübungsplatz vielfältige und weitgehend ungestörte Brutplätze. Demzufolge ist der Bestand von ursprünglich einem Brutpaar aus dem Jahr 2005 auf mittlerweile sechs Paare gestiegen, die auch regelmäßig brüten. Zählt man die Kranichfamilien und die übersommernden Nichtbrüter zusammen, kommt man im Truppenübungsplatz aktuell auf über 30 Kraniche.

Brutgebiete wiederherstellen


Dr. Miriam Hansbauer ist Diplom-Biologin, Mitglied im Fachvorstand von Kranichschutz Deutschland und für den bayerischen Raum zuständig. Ziel von Kranichschutz Deutschland ist es, die Brut- und Rastgebiete zu erhalten und wiederherzustellen. In Bayern wird momentan hauptsächlich die Entwicklung des Brutbestandes dokumentiert. Der Kranich wird hier als Indikator für naturnahe und möglichst ungestörte Feuchtlebensräume gesehen.

Hansbauer stattete dem Bundesforstbetrieb Grafenwöhr einen Besuch ab, um sich persönlich ein Bild von der Entwicklung des Bestandes zu machen. Bei der morgendlichen Exkursion mit Revierförster Frank Gerstenmeier in zugängliche Bereiche des Übungsplatzes waren drei bekannte Kranichpaare mit ihren putzmunteren sechs Jungvögeln sowie zahlreiche Jungkraniche aus dem Bruterfolg des zurückliegenden Jahres zu beobachten.

Mit etwas Glück können die stolzen Vögel in Kürze wieder bei der Nahrungsaufnahme auf den abgeernteten Getreidefeldern der Randgemeinden beobachtet werden. Für ihren weiten Zugweg, der sie im Herbst über Frankreich und Spanien bis nach Nordafrika bringt, müssen die Kraniche vorher ausreichend Energie aufnehmen. Bleibt zu hoffen, dass sie im Frühjahr des nächsten Jahres wohlbehalten zurückkehren, um wieder in der Oberpfälzer Natur zu brüten.
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