Albert Rupprecht bei Firma Zechmayer in Hütten
Der Nachwuchs fehlt

Betriebsleiter Heinz Händel (von rechts), Geschäftsführer Rainer Zechmayer und Juniorchef Jörg Zechmayer zeigten Albert Rupprecht und Bürgermeister Edgar Knobloch die neue Fertigungshalle. Bild: bgm
Wirtschaft
Grafenwöhr
29.03.2016
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Zu wenig Nachwuchs, zu viel Bürokratie beim Import: Beim Besuch bei der Grafenwöhrer Firma Zechmayer erfuhr Albert Rupprecht, wo dem Mittelstand in der Region der Schuh drückt.

Hütten. "Man sieht auf den ersten Blick, ob Struktur herrscht. Bei euch sieht man, dass es stimmt. Respekt", lobte Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht nach der Besichtigung der neuen Betriebsgebäude der Firma Zechmayer in der Karl-Krampol-Straße. Im Frühjahr 2015 hatten Geschäftsführer Rainer Zechmayer und Juniorchef Jörg Zechmayer die neuen Räume mit den 43 Mitarbeitern bezogen. Seitdem hat das Unternehmen seinen zentralen Sitz im Gewerbegebiet Grafenwöhr-Hütten. Nur etwas einsam sei es noch in der Nachbarschaft. Zechmayer würde sich Belebung und Aufwertung des Gewerbegebietes wünschen. Keine leichte Angelegenheit, wie Bürgermeister Edgar Knobloch erläuterte. Der Stadt gehöre im Zufahrtsbereich nur wenig Grund. Dennoch sei er mit einem Interessenten in Gesprächen. Der Wunsch nach einem Nachbarn könnte in Erfüllung gehen.

Im internationalen Handel würden die Einfuhrbestimmungen mancher Zielländer Schwierigkeiten machen. Solange die Lieferungen Werkzeuge und Zubehörteile beinhalteten, gebe es keine Schwierigkeiten. Würde Fracht dagegen als Ersatzteil deklariert, gehe es mit den Problemen los. "Das ist eine ärgerliche Sache. Einfache Ersatzteile nehmen Dimensionen an, die die Sache nicht wert ist", klagte Zechmayer. Rupprecht will über das Bundeswirtschaftsministerium auf die Beseitigung der Handelshemmnisse hinwirken. Ein viel wichtigeres Thema sei die Gewinnung neuer Mitarbeiter. "Wir sind schon immer Ausbildungsbetrieb und bemüht, die Leute zu halten", erklärte der Geschäftsführer. Aktionen wie der Girl's Day oder Schnupperlehren hätten sich bewährt. "Aber man merkt, dass es schwieriger wird", so Zechmayer. Rupprecht sieht die demografische Entwicklung und die Fokussierung auf die akademische Ausbildung als Hauptursachen für niedrige Bewerberzahlen. Als bildungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion habe er die Gleichstellung des Meister-BAföGs mit dem Studenten-BAföG durchgesetzt. Sein Ziel sei es, die berufliche Bildung aufrecht zu erhalten.

Doch auch das ist kompliziert. Über die Industrie- und Handelskammer werde der Ausbildungsberuf Feinwerkmechaniker mit Fachrichtung Formentechnik angeboten. Bei der Handwerkskammer laute die Bezeichnung Feinwerkmechaniker mit Fachrichtung Werkzeugbau. Obwohl sich nur fünf Prozent des Lehrplans unterschieden, würden die Auszubildenden getrennt beschult. Manche Berufsschulen bekämen Schwierigkeiten bei der Klassenbildung, wusste Jörg Zechmayer. Über eine Stellungnahme von Kultusminister Ludwig Spänle will Rupprecht die Argumente für diese Regelung erfahren.
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