Insolvenzverwalter: Versorgung der Sankt-Sebastian-Bewohner bleibt gesichert
Auffanggesellschaft für Seniorenheim

Wohin weist der Weg des Seniorenheims Sankt Sebastian? Insolvenzverwalter Christian Adolf hofft auf einen neuen Betreiber.
Wirtschaft
Grafenwöhr
21.07.2015
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(wüw) Das Seniorenheim Sankt Sebastian ist insolvent. Inzwsichen ist bereits eine Auffanggesellschaft gegründet, die den Betrieb weiterführen und die Mitarbeiter übernehmen will.

Am Freitag ging der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht in Weiden ein. Den Antrag stellte der Vermieter und der bisherige Betreiber, der Evangelische Verein für Innere Mission mit Sitz in Bensheim in Hessen. Das Insolvenzgericht bestellte Christian Adolf aus Nürnberg zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Der Rechtsanwalt nahm seine Arbeit bereits am Freitag auf, am Montag vermeldete er im Gespräch mit dem "Neuen Tag" einen ersten Erfolg: "Der Betrieb und vor allem die Versorgung der Bewohner war immer und bleibt auch weiterhin sichergestellt." Dank der Auffanggesellschaft ändert sich für die Bewohner nichts. "Es ist mir wichtig, dass auch die Angehörigen wissen, dass die Bewohner weiterhin so gut betreut werden, wie sie es bisher gewohnt waren."

Auch für die Mitarbeiter war Adolf bereits aktiv. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt Insolvenzgeld. Es gibt keine Lohnrückstände, die Löhne und Gehälter sind in den kommenden drei Monaten gesichert. Die Zeit möchte Adolf nutzen, um die Zukunft der gesamten Einrichtung zu gestalten. "Natürlich ist die Übertragung des Betriebs an einen neuen Betreiber unser Ziel." Wie gut die Chancen stehen, wollte Adolf nicht vorhersagen. Er habe sich erst zwei Tage mit der GmbH beschäftigt. Dies reiche nicht für eine Prognose.

Mit derselben Begründung blieb Adolf eine Antwort auf die Frage nach der Ursache der Insolvenz schuldig. "Bisher ging es mir nur darum, die Versorgung der Bewohner und die Zukunft der Mitarbeiter zu sichern." Für eine Fehleranalyse sei in den beiden bisherigen Tagen keine Zeit gewesen.

Überraschend kam die Insolvenz für die Stadt Grafenwöhr. Zweite Bürgermeisterin Anita Stauber erfuhr erst vom "Neuen Tag" von der Pleite. Der Stadt sei nichts von den Schwierigkeiten bekannt gewesen, erklärte die Vertreterin von Edgar Knobloch auf Nachfrage.

Im Seniorenheim Sankt Sebastian kümmern sich derzeit rund 60 Mitarbeiter um etwa 90 Bewohner. Von sinkender Nachfrage nach Betreuungsplätzen war im Umfeld der Einrichtung nichts bekannt. Das Heim gilt als gut ausgelastet.
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