Tarifverhandlung: Zivilbeschäftigte legen Übung lahm
Kein Schuss gehört

"Die Guten" machen Druck: Am Montag zeigten Beschäftigte am Übungsplatz, dass sie vom Angebot der Arbeitgeber nichts halten. Leiden musste unter dem Verdi-Warnstreik ein sogenannter Drittnutzer. Dieser hatte eine Schießbahn angemietet, musste seine Übung mangels Personal aber verschieben. Bild: hfz
Wirtschaft
Grafenwöhr
11.10.2016
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Zivilbeschäftigte des Truppenübungsplatzes haben am Montag die Arbeit niedergelegt. Der Übungsbetrieb auf den Schießbahnen 201, 301 und 307 kam für mehrere Stunden zum Erliegen.

Bereits am Freitag habe das Arbeitgeberangebot in der Tarifrunde unter den Arbeitnehmern für Empörung gesorgt. "Die Arbeitgeberseite hat bisher ihren wertschätzenden Worten für die Arbeit der Zivilbeschäftigten leider keine Taten folgen lassen - die Enttäuschung ist daher groß", erklärte Verdi-Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner.

Bei einem Treffen mit SPD-Bundestagsabgeordnetem Uli Grötsch verwiesen die Verdi-Vertrauensleute auf gestiegene Arbeitsintensität und Zukunftsangst bei den Beschäftigten angesichts ungewisser Planungen. Zur Verunsicherung trage bei, dass mehr als 30 befristete Verträge nicht verlängert wurden. Dabei ging es um die Wartung von schwerem Gerät für den Einsatz in östlichen Nato-Ländern. Diese Aufgabe wird nun nicht mehr in Grafenwöhr erledigt.

"Wir erwarten, dass sich die US-Streitkräfte ihrer sozialen Verantwortung wieder bewusst werden", betonte Grötsch. "Hierzu gehören frühzeitige individuelle Fördermaßnahmen und Qualifizierungshilfen nach dem Vorbild von Rheinland-Pfalz."

Verdi forderte für die Beschäftigten eine Erhöhung um 4,8 Prozent zum 1. September 2016. Die Arbeitgeberseite hat in der zweiten Verhandlungsrunde am 27./28. September 1,2 Prozent mehr für eine Laufzeit von 13 Monate angeboten. Die Verhandlungen werden am 13./14. Oktober fortgesetzt.
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