Verdi-Jahresauftakt am Übungsplatz
Mehr zu tun statt Kündigungen

Wirtschaft
Grafenwöhr
21.01.2016
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Die Mindestforderung konnte Verhandlungsführer Tobias Schürmann nicht erreichen. Statt pauschal 120 Euro mehr für jeden gab es eine 2,4-prozentige lineare Lohnerhöhung für die Beschäftigten der Stationierungsstreitkräfte (SSK). Die Tarifrunde 2015 war auch beim Verdi-Treffen zum Jahresauftakt in Grafenwöhr Thema. Vor allem gab es aber gute Nachrichten zur Sicherheit der Arbeitsplätze.

50 Kündigungsanträge des JMTC blieben unwirksam, was Dagner mit der Entwicklung in der Ukraine und im Nahen Osten erklärte. Für mehr Arbeit sorge auch das EAS (European Activity Set). Bei dem Projekt wurden 36 Schwergerätemechaniker, Inspektoren und Verwaltungspersonal zur Aufrüstung der Rad- und Kettenfahrzeuge befristet eingestellt. Die Fahrzeuge gehen von Mannheim und von Grafenwöhr an die Ostgrenzen der Nato-Partner von Estland bis Bulgarien. Schwergerätemechaniker werden weiter gesucht. "Die Kollegen schieben Überstunden ohne Ende, weil so viel Arbeit anliegt", so Wolfgang Dagner, Bezirks-Vorsitzender der Verdi-Fachgruppe. Die Standorte Ansbach und Illesheim stehen nicht mehr auf der Kippe, sondern erfuhren Aufwertungen, seit Herbst 2015 dienen sie "als Drehscheibe für die rotierenden Truppen".

"Vor den Tarifverhandlungen gab es einen ganztägigen Warnstreik in Grafenwöhr mit über 800 Teilnehmern aus Ansbach, Illesheim, Garmisch, Sonthofen, Hohenfels, Vilseck und Grafenwöhr. Bei einer Laufzeit von zwölf Monaten ist das Ergebnis im Vergleich zu anderen Branchen ein guter Abschluss", so Dagner. Leider berichtete Dagner beim Rückblick im Sportpark auch über stetige Mitgliederverluste. Er bat deshalb, bei neuen Kollegen für die Gewerkschaft zu werben. "Je weniger wir werden, desto schwächer wird unsere Position in Tarifverhandlungen."

Jahrelang wurden die Tarifverträge TVALII, Schutz TV und TASS von der Bundesebene überarbeitet, seit Herbst sind sie fertig. Jedem SSK-Verdi-Mitglied wurde ein Exemplar zugesandt. Dagner dankte Karlheinz Winter, Beate Schümann und Bernhard Füssl aus dem Weidener Büro für die Versandarbeit. Im März stehe die Aufstellung der Tarifforderung 2016 an. Abschließend berichtete Dagner von den Veranstaltungen des Ortsvereins West: Peter Hofmann vom DGB referierte über die "Rente mit 63", Mütterrente und EU-Rente sowie über die Vorstandssitzung mit der neuen Sektärin Munuela Dietz zum Thema: Gesundheitsversorgung im Vierstädtedreieck Kemnath, Eschenbach, Grafenwöhr, Pressath.
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