Dörfer lebenswert gestalten

Lokales
Guteneck
08.05.2015
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Der demografische Wandel und die Abwanderung zu qualifizierten Arbeitsplätzen in die Ballungsräume stellen die ländlichen Gemeinden zunehmend vor große Probleme. Ideen, Guteneck und Weidenthal durch die Dorferneuerung attraktiver und lebenswerter zu machen, gibt es genug.

Das Leben auf dem Lande wird zunehmend schwieriger. Bedingt durch die rückläufigen Einwohnerzahlen, stellt sich für die Gemeinde ebenfalls die Frage, wie sie in ihren Dörfern mit den Ortskernen und den Gebäuden umgehen soll. Mit jedem leerstehenden Bauwerk geht ein Stück Funktion als Begegnungsstätte verloren. Noch gibt es in der Region eine gewachsene Nachbarschaftskultur, ein intaktes Vereinsleben und ein stark ausgeprägtes Wir-Gefühl. Die Bereitschaft "selbst mit Hand anzulegen" ist deutlich gegeben. Die Mitwirkung hat sich vor allem beim Sportheim und bei der Einrichtung des Kindergartens in Weidenthal gezeigt sowie derzeit beim Bau des Feuerwehrhauses. Nachdem für Guteneck und Weidenthal 2014 die Dorferneuerung angeordnet worden ist, ist der gewählte Vorstand eifrig bemüht, das Verfahren zügig weiterzuführen. Es wurde bereits eine Prioritätenliste erstellt. Bei einer Informationsversammlung, zu welcher etwa 50 Personen kamen, informierte das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) über den aktuellen Verfahrensstand.

Wunschkonzept

Baurätin Petra Trux blendete kurz auf die konstituierende Sitzung im Oktober zurück, bei der die Vorstandsmitglieder für die vier Besitzstandsgruppen gewählt wurden. Die begleitende Beratung übertrug das ALE dem Architekturbüro Blank. Die vorangegangenen Sitzungen der Arbeitskreise wurden stets von Gottfried Blank begleitet. Aus den Ideen und Vorschlägen der hochmotivierten Mitarbeiter wurde ein maximales Wunschkonzept und wurden fundierte Planungsunterlagen geschaffen. Ohne das hohe Engagement der Bürger wären die Ergebnisse der Dorfwerkstatt nicht möglich gewesen.

Welche Projekte zum Tragen kommen, wird sorgfältig abgewogen, denn nicht alle sind umsetzbar. Aber: Noch heuer soll der Entwurfsplan für Hofmarkstraße, Schlossberg und die Hauptstraße in Guteneck ausgeführt werden. Auch die Parkplätze und das Kleinspielfeld beim Sportplatz in Weidenthal sowie die Befestigung des Seitenstreifens gegenüber der Schule sind im ersten Abschnitt dabei. "Wenn alles optimal abläuft, können die ersten Baumaßnahmen voraussichtlich schon 2016 anlaufen", stellte Petra Trux in Aussicht.

Ortsbild verbessern

Architekt Norbert Seitz vom ALE sprach über die Förderung privater Maßnahmen. Angestrebt wird die nachhaltige Verbesserung der Lebens-, Wohn- und Arbeitsverhältnisse. So werden dorfgerechte Um-, An- und Ausbaumaßnahmen sowie die Erhaltung, Umnutzung und Gestaltung von Wohn-, Wirtschafts- und Nebengebäuden gefördert. Der Regelsatz liegt bei 20 bis maximal 30 Prozent. Weiter werden unter anderem die Sanierung alter Häuser, Wärmedämmung und Fassadengestaltung bezuschusst. Der Förderantrag ist vor Baubeginn zu stellen. Alle Kosten müssen durch Rechnungen belegt werden, Eigenleistungen sind nicht förderfähig. Darüber hinaus gibt es für energetische Maßnahmen Geld, gab Elisabeth Sternemann bekannt. Für kulturhistorisch oder denkmalpflegerisch wertvolle Gebäuden kann ein Zuschuss beantragt werden, wenn eine Energieberatung erfolgt. Für Nahwärmenetze sind Förderungen bis zu 40 Prozent möglich, vorausgesetzt das Wärmenetz wird mit erneuerbaren Energieträgern gespeist und Effizienz wie Wirtschaftlichkeit sind gegeben.
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