Jetzt wird es endlich ernst

Lokales
Guteneck
27.10.2014
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Mit der Anordnung der Dorferneuerung und der Flurneuordnung für Guteneck und Weidenthal durch das Amt für Ländliche Entwicklung ging ein langgehegter Wunsch der Gemeinde und auch der Einwohner und Landwirte der beiden Orte in Erfüllung. Nun beginnt für den von der Teilnehmergemeinschaft gewählten Vorstand die Kernarbeit für die beiden Projekte.

Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der ländlichen Räume haben sich in den letzten Jahren tiefgreifend verändert. Lange Zeit sorgte vor allem der landwirtschaftliche Strukturwandel für Korrekturen, ausgelöst durch den neuen gemeinsamen Agrarmarkt der Europäischen Union. Die zwangsläufigen Folgen waren technische Rationalisierung und Steigerung der Erzeugung in der Landwirtschaft. Vielfach gab es auch Betriebsaufgaben und Abwanderungen der jüngeren Generation in die Städte.

Aufgaben des Vorstandes

Die Gemeinde Guteneck hat diese Zeichen der Zeit erkannt und deshalb die Dorferneuerung und Flurneuordnung seit einigen Jahren angestrebt. Das übergeordnete Ziel dieser beiden Maßnahmen, die in einem Verfahren durchgeführt werden, ist eine nachhaltige Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen für die Landwirtschaft und die Schaffung einer heimischen "Wohlfühl-Region".

Bürgermeister Johann Wilhelm freute sich, dass er im Gemeindehaus den aus den Reihen der Teilnehmergemeinschaft gewählten Vorstand, der aus sieben Personen besteht, zu seiner ersten Sitzung begrüßen konnte. Nach zwei Jahren intensiver Vorarbeit gehe es nun in die Detailarbeit. Wilhelm betonte, dass Guteneck noch in der glücklichen Lage sei, dass hier noch die umfassende Dorferneuerung durchgeführt werde.

Baurätin Petra Trux vom ALE, die auch Vorsitzende des Vorstandes ist, erläuterte die Funktion der Vorstandsmitglieder. Sie führen die Geschäfte der Teilnehmergemeinschaft und erledigen die übertragenen Aufgaben. Außerdem vollziehen sie die Weisungen des Amtes, führen Orts- und Flurbegehungen durch und fassen Beschlüsse in den Sitzungen.

Der Vorstand bestimmt, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, was gemacht wird. Die von den Arbeitskreisen erarbeiteten und bereits vorgestellten Maßnahmen sind ein "Wunschkatalog". Zusammen mit dem Architekturbüro Gottfried Blank wird das Team jetzt die bereits erstellten Konzepte bis zur Genehmigungsreife konkretisieren und dann der Behörde einreichen.

Welche Projekte letztendlich umgesetzt werden können, wird sich erst im Laufe des Verfahrens zeigen. Sicher werden nicht alle Vorschläge realisierbar sein. Dies würde den Kostenrahmen für die Gemeinde wie auch für die Teilnehmer sprengen.

Funktioner gewählt

Es waren dann noch einige Funktioner aus dem Kreis des Vorstandes zu wählen. Die Aufgabe des örtlichen Beauftragten übernimmt Josef Manner. Er ist das Bindeglied zum ALE. Zum Wegebaumeister wurde Michael Haas (Stellvertreter Albert Zeitler) gewählt. Er wirkt mit bei den Baumaßnahmen und unterstützt die Bauoberleitung. Der Pflanzmeister Ludwig Frey (Franz Schießl) ist verantwortlich für die Grünanlagen, wirkt mit bei den landschaftspflegerischen Maßnahmen und bei der Objektüberwachung.

Schließlich sind noch landwirtschaftliche Sachverständige für die Wertermittlung der alten Grundstücke im Verfahrensgebiet erforderlich. Sie müssen unabhängig und dürfen nicht am Verfahren beteiligt sein. Die Auswahl erfolgt bei Bedarf aus einer Liste der Fachbehörde.

Privatförderung möglich

Weiter wurde auch der Beitritt zum Verband für Ländliche Entwicklung Oberpfalz beschlossen. Hier erfolgt das gesamte Kassen- und Rechnungswesen der Teilnehmergemeinschaft. Außerdem besteht die Möglichkeit zur Zwischenfinanzierung oder Darlehensbeschaffung zu günstigen Konditionen.

Petra Trux und Danilo Graupner wiesen auch auf die Möglichkeiten der Privatförderung hin. Die Maßnahme muss den allgemeinen Zielen und den konkreten Vorgaben der Planungen entsprechen. Gefördert werden vor allem dorfgerechte Um- und Anbauten sowie Erhaltung, Revitalisierung von Gebäuden, Wärmedämmung und Fassadengestaltung, Beseitigung baulicher Missstände sowie dorfgerechte Ersatz- und Neubauten. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Der Fördersatz liegt zwischen 20 und 30 Prozent und die Gebäude müssen älter als 30 Jahre sein.
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