Schwerpunkt der Windkraftnutzung im Landkreis Schwandorf möglich
Für Windkraft konzentrieren

Landschaftsarchitekt Gottfried Blank erläuterte die Änderung des Flächennutzungsplans zur Darstellung von Konzentrationszonen für Windenergieanlagen.
Lokales
Guteneck
18.05.2015
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Bisher stellt der Gutenecker Flächennutzungsplan keine Flächen für die Windenergienutzung dar. Würde die umstrittene 10-H-Regelung fallen, könnten Investoren an beliebigen Punkten Windräder aufstellen. Mit der Änderung des Flächennutzungsplanes zur Darstellung von Konzentrationszonen für Windenergie will die Gemeinde Vorsorge treffen, dass nur in ausgewiesenen Flächen solche Anlagen möglich sind.

Die bisherigen Planungsinhalte des Regionalplans entfalten derzeit keine rechtlichen Wirkungen im Hinblick auf Vorgaben für nachgeordnete Planungen. Allerdings ist aus der Planung erkennbar, dass die Gemeinde Guteneck und der benachbarte Bereich der Gemeinde Niedermurach einen Schwerpunkt der Windkraftnutzung im Landkreis Schwandorf darstellen können.

Im Übergangsbereich zwischen den Kommunen Guteneck und Niedermurach (bei Pischdorf und Rottendorf) war ein größeres Vorranggebiet geplant. Um die rechtlichen Voraussetzungen für die Windkraftnutzung zu schaffen, wurde durch die Behörde eine Zonierung innerhalb der Naturpark-Schutzzone durchgeführt. Die Fläche beginnt östlich Oberkatzbach und zieht sich bis östlich von Pischdorf hin.

Bürgermeister Johann Wilhelm wies zu Beginn der Sitzung des Gemeinderates vor etwa 15 Zuhörern darauf hin, dass die beiden Gemeinden Guteneck und Niedermurach seit geraumer Zeit beraten, ein möglichst zeitgleich ablaufendes Verfahren zur Änderung des jeweiligen Flächennutzungsplans durchzuführen. Das Ziel sei, Konzentrationsflächen für die Windenergienutzung auszuweisen. Die Verfahren werden formal in den beiden Gemeinden getrennt durchgeführt.

Keine willkürlichen Räder

Landschaftsarchitekt Gottfried Blank, dem die Änderung des Flächennutzungsplans übertragen wurde, gab gleich eingangs zu verstehen, dass auf der Grundlage klar nachvollziehbarer sachlicher Kriterien, Konzentrationsflächen von der Gemeinde festgelegt werden, mit der Folge, dass nur innerhalb dieser Flächen eine Windkraftnutzung möglich und außerhalb ausgeschlossen ist.

Bei der Auswahl der Kriterien orientiert sich die Gemeinde im Wesentlichen am Kriterienkatalog, nach dem auch der Regionale Planungsverband bisher arbeitete. Die Merkmale in dem Verzeichnis sind durchwegs klar nachvollziehbar, eindeutig und in der Praxis anwendbar. Die festgelegten Abgrenzungen der Konzentrationszonen halten den bisher zugrunde gelegten Mindestabstand von 800 Metern zu allen Siedlungen im Umfeld ein, versicherte Blank.

Voraussetzung für die Darstellung von Konzentrationszonen ist eine umfassende Untersuchung von potenziellen Standorten für die Anlagen. Innerhalb dieser Potenzialflächen ist die Ausweisung von Konzentrationszonen möglich. In kleinen Flächen, in denen lediglich nur ein oder zwei Windkraftanlagen möglich wären, wurde aus Gründen des Landschaftsbildes von einer Ausweisung abgesehen.

Ebenso wurden Flächen mit geringer Windhöffigkeit wie der Bereich "Ottenbierl" nicht berücksichtigt. Bei diesem Gebiet waren auch optische Gesichtspunkte wie die Nähe zum Schloss Guteneck zu beachten. Der Bereich östlich von Trichenricht ist aufgrund der geringen Fläche und einer Umzingelung der Ortschaft wegen der genehmigten Anlagen bei Pamsendorf ebenfalls nicht mit vorgesehen.

Potenzialflächen da

Auf diversem Kartenmaterial zeigte der Architekt die verschiedenen Potenzialflächen und auch die vorgesehene Konzentrationszone, die etwa 80 bis 100 Hektar groß ist, auf. Dabei wurde bereits eine mögliche Erweiterung des Wasserschutzgebietes Rottendorf mit beachtet. Berücksichtigung fand auch die Brauchwasserversorgung Pischdorf.

Gemeinde steuert

Gottfried Blank wies ausdrücklich darauf hin, dass die Gemeinde mit der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Festlegung von Konzentrationszonen die Standorte steuert, wo überhaupt Windenergienutzung im Gemeindegebiet möglich ist. Vor allem dann, wenn die 10H-Regelung fallen sollte, hat die Gemeinde ein Standortkonzept und kann verhindern, dass überall im Gemeindegebiet Genehmigungsanträge gestellt werden können.

Der Architekt gab auch ausdrücklich zu verstehen, dass eine Negativplanung, aufgrund der Vorgaben des Regionalplanes, nicht zulässig ist. Die Änderung des Flächennutzungsplanes erfolgt unabhängig von Interessen eines Investors. Nur aus einem Bebauungsplan kann eine Genehmigung abgeleitet werden.
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