Zu viele heizen noch mit Öl

Architekt Gerhard Plöchinger stellte bei Informationsversammlung in Guteneck das Energiekonzept für die Gemeinde vor. Bild: haa
Lokales
Guteneck
02.10.2014
15
0

Die Gemeinde geht mit gutem Beispiel voran und nutzt alle Energiesparpotenziale. Dies wurde bei einem Infoabend zur Nahwärme-Versorgung deutlich. In den nächsten Jahren sind die Bürger am Zug.

Mit der Umsetzung einer Nahwärme-Versorgung, die überwiegend auf erneuerbaren Energien basiert, will die Gemeinde einen weiteren Beitrag zur Energiewende leisten. Gleichzeitig soll mit nachwachsenden heimischen Rohstoffen der Einsatz fossiler Energieträger minimiert werden. Die Maßnahme ist eingebettet in den Gesamtprozess zur Entwicklung ländlicher Räume auf der Ebene der bereits angeordneten Dorferneuerung.

Die Sicherung einer umweltverträglichen Energieversorgung, zählt zu den Schlüsselaufgaben der Zukunft. "Deshalb hat Guteneck vor knapp zwei Jahren, als der Freistaat das Programm auflegte, die Erstellung eines Energiekonzeptes in Auftrag gegeben", betonte Bürgermeister Johann Wilhelm bei der Informationsversammlung. Guteneck erhält 75 Prozent Förderung. Wilhelm würdigte die Aktivitäten des Arbeitskreises, der in zahlreichen Sitzungen gute Teamarbeit für das Konzept leistete und wertvolle Ideen einbrachte.

Architekt Gerhard Plöchinger gab zu verstehen, dass eine künftige Energieversorgung auf regenerativen und möglichst heimischen Ressourcen aufbauen müsse. Dabei müssten Wirtschaftlichkeit und auch Versorgungssicherheit gewährleistet sein. Um eine Aussage treffen zu können, ob eine Wärmeversorgung über Nahwärmenetze möglich sei, war eine räumliche Analyse des Wärmebedarfes im Gemeindebereich erforderlich. Ein Ausbau ist nur sinnvoll, wenn in einem möglichst zusammenhängendem Gebiet oder Straßenzug genügend Verbraucher anschließen und die Wärmeabnahme demzufolge ausreichend hoch ist.

Plöchinger informierte über den Nutzen, den die Gemeinde aus dem Energiekonzept ziehen könne. Es wurden im letzten Jahr detaillierte und gebündelte Infos zum Energieverbrauch, zur vorhandenen -infrastruktur und zu verfügbaren -nutzungspotenzialen gesammelt. Daraus können jetzt konkrete Vorschläge zur Energieeinsparung und zur Steigerung der -effizienz abgeleitet und Kernaussagen getroffen werden.

Bei der Datenerhebung wurden im Gemeindebereich 172 Wohngebäude, ohne Landwirtschaft und Gewerbe, gezählt. 69 Prozent der Gebäude sind vor 1983 gebaut. Sie benötigen 73 Prozent der gesamten Energie. In 49 Prozent der Wohnhäuser wird die Wärme mit Scheitholz erzeugt, 39 Prozent verwenden Heizöl und 10 Prozent Hackschnitzel

Bei der Entwicklung der Energiepreise stehe Heizöl mit einer durchschnittlichen Erhöhung von etwa sechs Prozent im Jahr an der Spitze gefolgt von Gas. Pellets seien etwas niedriger angesetzt, orientierten sich aber an den fossilen Brennstoffen. Dagegen seien die Preise für Hackschnitzel und Scheitholz seit Jahren nur gering gestiegen.

"Für die Wärmeversorgung in der Gemeinde wird immer noch ein hoher Anteil an Heizöl verwendet", stellte der Redner fest. Dagegen steht ein hohes Potenzial an regenerativen Energieträgern, wie Sonne, Wind, Erdwärme und Biomasse, zur Verfügung. Die Reduzierung des Energieverbrauches im Gebäudebestand sei eine zentrale Voraussetzung zur eigenständigen Energieversorgung. Der Wärmeenergieverbrauch in den Gebäuden sollte in den nächsten zehn Jahren um etwa die Hälfte zurückgefahren werden, empfahl der Architekt. Dabei gehe die Gemeinde mit gutem Beispiel voran, in dem sie in ihren Liegenschaften die vorhandenen Sparpotenziale nutze. Sie stelle die Versorgung über regenerative Energieträger sicher und liefere einen wesentlichen Beitrag zur Energieautarkie.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.