Gemeinde will energie-autark werden
Rohstoffe aus der Heimat für ein Nahwärmenetz

Im Zuge der Dorferneuerungsmaßnahme soll, zusammen mit dem Ausbau im Bereich der Hofmarkstraße in Guteneck, ein zentrales Nahwärmenetz (violett markiert) verlegt werden. Wegen der dichten Wohnbebauung wäre hier die beste Wirtschaftlichkeit gegeben. Bild: haa
Politik
Guteneck
17.12.2015
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Mit der Umsetzung einer Nahwärme-Versorgung will die Gemeinde auf den Weg zur energie-autarken Kommune kommen. Dabei setzt sie überwiegend auf die Verwendung von nachwachsenden und heimischen Rohstoffen.

Alternative Wärmeerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen kommt zunehmend in den Mittelpunkt zur Gewinnung von Wärme. Da die fossilen Energieträger immer knapper werden und für spezielle Anwendungen künftig erforderlich sein werden, ist es notwendig sich anderweitig zu orientieren. Daher zählt die Sicherung einer umweltverträglichen Energieversorgung zu den Schlüsselaufgaben der Zukunft. Auch in der kürzlich stattgefundenen Bürgerversammlung wurde dieses Thema mit behandelt.

Der Gemeinderat hat deshalb schon vor etwa zwei Jahren die Erstellung eines Energiekonzeptes in Auftrag gegeben. Guteneck wurde für dieses Projekt, das unter dem Motto "LandSchafftEnergie" läuft, als eine von 16 Modellgemeinden im Regierungsbezirk ausgewählt. Es besteht bereits ein Arbeitskreis, der in mehreren Sitzungen gute Vorarbeit für das Konzept leistete und wertvolle Ideen einbrachte.

Förderung durch Staat


Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) unterstützt die kommunale Energiewende der Gemeinde mit einer Fördersumme von 15 000 Euro für die Umsetzungsbegleitung, die durch Diplom-Ingenieur Kurt Zügner erfolgt. Aufbauend auf dem von Architekt Gerhard Plöchinger ausgearbeiteten Energiekonzept, will die Gemeinde für ein Nahwärmenetz die besten Umsetzungsmöglichkeiten erarbeiten, gab Bürgermeister Johann Wilhelm zu verstehen.

Angestrebt werden bei dem Vorhaben insbesondere die Reduzierung des Energieverbrauchs in privaten und öffentlichen Liegenschaften, die Nutzung vorhandener Energieeinsparpotentiale mit Steigerung der Energieeffizienz sowie die Nutzung vorhandener Energieerzeugungsreserven. Der Einsatz von fossilen Energieträgern soll auf ein Minimum reduziert werden. Die Maßnahme ist eingebettet in den Gesamtprozess zur Entwicklung ländlicher Räume auf der Ebene der bereits von der Behörde angeordneten Dorferneuerung.

Hofmarkstraße geeignet


Der Ausbau einer Nahwärmeversorgung ist zweifellos nur sinnvoll, wenn in einem möglichst zusammenhängendem Gebiet oder Straßenzug genügend Verbraucher anschließen und die Wärmeabnahme demzufolge auch ausreichend hoch ist. Wie bei der Analyse schon ermittelt, ist die Hofmarkstraße, die beidseitig eine dichte Wohnbebauung aufweist, sehr gut für die Energieversorgung mit einem Nahwärmenetz geeignet. Durch die kurzen Leitungsstränge kann eine hohe Effizienz erreicht werden. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass im Zuge der Dorferneuerung der Straßenzug ohnehin umgestaltet und ausgebaut wird. Deshalb bietet es sich regelrecht an, auch das Nahwärmenetz gleich mit zu verlegen.

Derzeit wird auch geprüft, ob der Hutackerweg in die Erschließung mit einbezogen werden kann. Eine Erweiterung des Versorgungsbereiches ist aus wirtschaftlicher Sicht allerdings nur möglich, wenn genügend Abnehmer bereit sind, anzuschließen. Ziel ist, gemeinsam mit den Bürgern ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, damit das Wärmenetz auch realisiert werden kann.

Voraussichtlich am 8. Januar 2016 wird eine Nahwärmeanlage besichtigt, damit sich die Interessenten über den Betrieb und die Arbeitsweise einer solchen Anlage informieren können, gab Wilhelm hierzu bekannt.
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