Einfache Dorferneuerung
Erste Vorgespräche in Pischdorf

Aufgabenschwerpunkt der Dorferneuerung wird die Umgestaltung verschiedener Freiflächen und Plätze entlang der Kreisstraße SAD 38 und vor dem Feuerwehrhaus in Pischdorf sein. Bild: haa
Vermischtes
Guteneck
11.06.2016
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Über die Hälfte der bayerischen Bevölkerung lebt im ländlichen Raum. Die Menschen erwarten ähnlich gute Lebens- Wohn- und Arbeitsbedingungen wie in den Städten. Mit der einfachen Dorferneuerung sollen in Pischdorf hierfür die Weichen gestellt werden.

-Pischdorf. Die Einwohner trafen sich im Gemeinschaftshaus zu einer ersten Informationsversammlung mit Bürgermeister Johann Wilhelm, Baudirektor Werner Bachseitz und Baurat Martin Stahr vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE). Laut Wilhelm ist angestrebt, das Ortsbild schöner und gefälliger sowie für die Einwohner attraktiver und lebenswerter zu gestalten.

Martin Stahr zeigte auch die Fördermöglichkeiten auf. Die Sätze richten sich nach der Finanzkraft der Gemeinde in den letzten drei Jahren. Die Förderung ist auf eine Höchstsumme von 350 000 Euro begrenzt. Die aktuellen Fördersätze betragen derzeit für die Vorbereitung, Planung und Beratung 67 Prozent. Für Straßen, Wege, Ökologie, Plätze und ähnliche Maßnahmen werden 62 Prozent gewährt.

Im Rahmen der einfachen Dorferneuerung werden auch private Maßnahmen bezuschusst. So werden Um-, An- und Ausbaumaßnahmen sowie die dorfgerechte Erhaltung, Umnutzung und Gestaltung von Wohn-, Wirtschafts- und Nebengebäuden mit bis zu 30 Prozent, höchstens jedoch 30 000 Euro, gefördert. Auch für entsprechende Ersatz- oder Neubauten gilt der Fördersatz.

Handelt es sich um kulturhistorische oder denkmalpflegerische wertvolle Gebäude, gibt es den doppelten Fördersatz. Eine Beratungsleistung über fünf Stunden pro Anwesen durch einen Architekten ist für den Bauherren kostenlos und wird durch die Gemeinde kofinanziert. Auch Fassadengestaltung, energetische Sanierung, regionale Dacheindeckungen sowie verschiedene Innenausbauten werden gefördert. Vor Beginn der Privatmaßnahme muss allerdings beim ALE ein Förderantrag gestellt werden.

Der Bürgermeister bekräftigte, dass die Chance der momentan günstigen Förderung auf jeden Fall genützt werden solle. Aufgabenschwerpunkt der Dorferneuerung wird die Umgestaltung verschiedener Freiflächen und Plätze entlang der Kreisstraße und vor dem Feuerwehrhaus sein. So beabsichtigt die Gemeinde, die überdimensionalen Asphaltflächen rückzubauen, durch attraktivere Beläge zu ersetzen und aufzuwerten.

Der AblaufMartin Stahr erläuterte den Ablauf der einfachen Dorferneuerung und die sich bietenden Möglichkeiten. Das Ziel sei die Vorbereitung der Dörfer auf die zukünftigen Erfordernisse sowie die Verbesserung der Lebens-, Wohn- und Umweltverhältnisse. Weiter ist an eine Angleichung der städtebaulich unbefriedigenden Zustände gedacht. Als vorbereitende Maßnahme für die Dorferneuerung ist ein Seminar für Dorf- und Landentwicklung erforderlich. Hier wird eine Stärken- und Schwächenanalyse ausgearbeitet. Ziele und Handlungsfelder werde n definiert. Außerdem können schon Maßnahmen, Projekte und Ideen festgelegt und die weiteren Schritte besprochen werden. "Ein Verfahren kann aber nur erfolgreich ablaufen, wenn die Einwohner freiwillig und ehrenamtlich mitwirken", hob Stahr hervor. Lebendige Dörfer gebe es nur durch aktive Bürger. Die Gemeinde und das ALE als Entscheidungsebene befinden schließlich, ob alles gefördert und umgesetzt werden kann. Bauträger ist die Gemeinde. Nach Prüfung der Unterlagen durch das ALE kann der Einleitungs- und Bewilligungsbescheid, voraussichtlich 2017, erteilt werden. (haa)
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