Hackschnitzel als Alternative

Ein großer Teil der Anwesen in der Ortschaft Guteneck soll künftig ihre Heizenergie aus einem Nahwärmenetz beziehen. Der Bau der Anlage ist für 2018 vorgesehen. Bild: haa
Vermischtes
Guteneck
19.08.2016
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Diplom-Ingenieur Kurt Zügner

Alternative Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Gemeinde Guteneck beabsichtigt daher den Bau einer Nahwärmeversorgung, die überwiegend auf der Verwendung von nachwachsenden, heimischen Rohstoffen basiert. Vorwiegend sollen Hackschnitzel eingesetzt werden.

Der Gemeinderat Guteneck hat deshalb schon vor etwa drei Jahren die Erstellung eines Energiekonzeptes in Auftrag gegeben, erinnerte Bürgermeister Johann Wilhelm bei der Sitzung des Gemeinderates. Guteneck wurde für dieses Projekt, das unter dem Motto "LandSchafftEnergie" läuft, als eine von 16 Modellgemeinden im Regierungsbezirk ausgewählt und erhält hierfür 70 Prozent Förderung.

Dipl. Ing. Kurt Zügner vom Ingenieurbüro ZGT aus Regenstauf hat mittlerweile ein Gutachten zur Energieversorgung für Guteneck erstellt, das er dem Gemeinderat vorstellte. Er blendete zu Beginn seiner Ausführungen zurück auf die Untersuchung der Gebäudestruktur durch das Architekturbüro Plöchinger. Demnach wurden etwa 70 Prozent aller Häuser in Guteneck vor 1983 errichtet.

Somit besteht ein deutlicher energetischer Sanierungsbedarf. Das durchschnittliche Alter der Heizkessel liegt bei etwa 16 Jahren und bedarf in absehbarer Zeit einer technischen Erneuerung. Bei der Befragung zeigten 32 Hausbesitzer Interesse für den Anschluss an eine Nahwärmeversorgung. Hieraus wurde ein Heizenergiebedarf von 1505 MWh pro Jahr und ein Heizleistungsbedarf von 785 Kilowatt errechnet.

Das Konzept von Kurt Zügner sieht eine zentrale Wärmeversorgung mit einer Doppelkesselanlage vor, die mit Hackschnitzel befeuert wird. Die beiden Kessel haben eine thermische Leistung von je 200 Kilowatt. Für Spitzenzeiten und plötzlichen kurzfristigen Verbrauch steht noch ein Ölkessel mit 350 Kilowatt parat.

Bei dieser Anlagenauslegung werden 80 Prozent der erforderlichen Heizenergie über die Biomasseheizkessel abgedeckt. Der aktuelle Energiepreis einer MWh mit Hackschnitzel liegt derzeit bei 28,95 Euro und mit Heizöl bei 75,50 Euro. Allein diese beiden Kennzahlen zeigen auf, dass die Anlage mit Hackschnitzel am wirtschaftlichsten betrieben werden kann. Um eine regionale Wertschöpfung aus der Energieversorgung in der Gemeinde zu gewährleisten, ist es notwendig, die vorhandenen Energieerzeugungs-Potenziale zu nutzen und die Bevölkerung an der Wertschöpfung zu beteiligen. Daher könnten sich die Forstwirte der Region mit heimischen Hackschnitzel aus eigenem Wald mit nachhaltiger Bewirtschaftung einbringen. So würden auch die langen und teuren Anfahrtswege entfallen.

Der Referent stellte auch einige Kostenvergleiche gegenüber. Bei einem Wohnhaus mit einer Versorgungsleistung von 18 Kilowatt und einem Energieverbrauch von 28 MWh fallen mit der zentralen Wärmeversorgung 2828 Euro Gesamtkosten pro Jahr an. Hierin sind Investitionskosten, Betriebs- und Verbrauchskosten enthalten.

Werden Anschlussbeiträge geleistet, verringern sich diese jährlichen Kosten. Bei einer eigenen Wärmeversorgung mit Heizölkessel und gleichem Energieverbrauch liegen die Gesamtkosten bei 3740 Euro und somit bedeutend höher. Mit der Nahwärmeversorgung soll insbesondere die Reduzierung des Energieverbrauchs in privaten und öffentlichen Liegenschaften erreicht werden. Der Einsatz von fossilen Energieträgern soll sich auf ein Minimum reduzieren.

Die Maßnahme ist eingebettet in den Gesamtprozess zur Entwicklung ländlicher Räume auf der Ebene der bereits von der Behörde angeordneten Dorferneuerung.

Ab Mitte 2017 planen


Die Baumaßnahmen zur Dorferneuerung in Guteneck laufen voraussichtlich im Frühjahr 2018 an. Die Planungen für den Kanal- und Straßenbau beginnen im nächsten Jahr. Zügner schlug vor, Mitte 2017 auch mit den exakten Planungen für die Nahwärmeversorgung zu starten. Da wegen der Dorferneuerung die Straße ohnehin ausgebaut wird, biete es sich an, auch das Nahwärmenetz gleich mit zu verlegen.
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