Teilnehmerversammlung zur Flurneuordnung
Bodenerosion stoppen

Zur Renaturierung werden an verschiedenen Flurstellen verrohrte Gräben teilweise wieder geöffnet, wie das Beispiel auf unserem Bild zeigt. Diese Bereiche werden aus der aktiven landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen und dienen dann als Ausgleichsfläche. Bild: haa
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Guteneck
07.10.2016
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Zur Renaturierung werden an verschiedenen Flurstellen verrohrte Gräben teilweise wieder geöffnet, wie das Beispiel auf unserem Bild zeigt. Diese Bereiche werden aus der aktiven landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen und dienen dann als Ausgleichsfläche. Bild: haa

Die wirtschaftliche Situation der bäuerlichen Betriebe hat sich durch das permanente Senken der Erzeugerpreise in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert. Einsparungen sind noch möglich bei den Bewirtschaftungskosten sowie durch kürzere Wege und Arbeitszeiten. Die Flurneuordnung kann hierzu beitragen.

Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) hat 2015 für die Gemarkungen Guteneck und Weidenthal diese Neuordnung angeordnet. Bei einer Teilnehmerversammlung informierte nun Baurat Martin Stahr über den aktuellen Stand, stellte das Wegenetzkonzept vor, gab einen Ausblick auf die weiteren Maßnahmen wie Wertermittlung und Schritte der Bauphase.

Das Verfahrensgebiet umfasst jetzt 476 Hektar und besteht aus 931 Flurstücken. Um künftig eine optimale Bewirtschaftung zu ermöglichen, wird angestrebt, entsprechend große Schläge zu bilden. Dazu ist es notwendig, die Anzahl der Flurstücke auf rund 350 zu verringern. Für eine leistungs- und zukunftsfähige Wegenetzstruktur und zur zweckmäßigen Handhabung des Verfahrens wurden noch einige Flurstücke einbezogen. Insgesamt werden knapp neun Kilometer Wirtschaftswege ausgebaut. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf etwa 1,9 Millionen Euro.

Baurat Stahr, der auch Vorsitzender des Vorstandes ist, und Landschaftsarchitekt Gottfried Blank stellten die aktuelle Landschaftsplanung für die beiden Gemarkungen vor. Einige Regionen im Verfahrensgebiet sind besonders erosionsgefährdet. Der Abtrag kann bis zu acht Tonnen pro Hektar betragen. Die Felder dürfen hier nur quer zum Hang bewirtschaftet werden. Das Entfernen von Ranken müsse in jedem Fall geprüft werden. Mit entsprechenden erosionsmindernden Strukturen im Wegekonzept und dem Anlegen von Hecken, Grasstreifen und Flutmulden wurden bei der Planung schon Maßnahmen vorgesehen, um "das Kapital auf dem Acker" zu erhalten.

Zur Renaturierung werden an zwei Flurstellen die verrohrten Gräben teilweise wieder geöffnet. Diese Bereiche werden auch aus der aktiven Nutzung herausgenommen. Für diese Maßnahme gibt es Kompensationspunkte für die erforderlichen Ausgleichsflächen. Ausgleichsflächen sind bei Eingriffen in die Natur gesetzlich vorgeschrieben.

Der Vorsitzende informierte weiter über die Wertermittlung der Grundstücke. Nach dem Flurbereinigungsgesetz ist jeder Teilnehmer für seine Grundstücke, unter Berücksichtigung der vorgenommenen Abzüge, mit Land vom gleichen Wert, abzufinden. Je nach Bodenwert kann sich eine Flächenminderung oder -mehrung ergeben. Die Ab- und Zuschläge ergeben den Tauschwert. Beinflussende Faktoren sind Hangneigung und Geländeform, Wasserhaushalt, Waldschatten, Masten oder Leitungen und die Bonität.

Die Wertermittlung selbst erfolgt durch neutrales Personal. Als Beitragsmaßstab wurden vom ALE im Vorfeld geschätzte Kosten von 850 Euro pro Hektar angesetzt. Wegen der guten Wege, die gebaut werden sollen, wird dieser Betrag voraussichtlich schwer zu halten sein, gab Stahr zu verstehen. Um die Teilnehmer finanziell nicht zu stark zu fordern, legte der Vorstand ein Splitten dieses Betrages auf mehrere halbjährliche Raten in unterschiedlicher Höhe, je nach Baufortschritt, fest.

Der ZeitplanBaurat Martin Stahr gab noch die Zeitschiene für den weiteren Ablauf des Verfahrens bekannt. Im nächsten Jahr wird die planrechtliche Genehmigung für das Wegenetzkonzept erwirkt. Wenn alles optimal läuft, könnte im Spätherbst die erste Wegebauphase starten. 2018 werden die Wege weiter gebaut, erfolgen die Wertermittlung der Grundstücke und die ersten Vermessungen. Der Wegebau könnte 2019 abgeschlossen werden. Es wird dann auch die Wertermittlung festgestellt. Für 2020 ist die Wunschentgegennahme und zum 1. November die vorläufige Besitzeinweisung anberaumt. Die Beendigung des Verfahrens ist voraussichtlich für 2028 vorgesehen. (haa)
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