AOVE-Familienwanderung auf alten Wallfahrtswegen zur Kehlkapelle bei Höhengau
Von Hoymännern und Kopflosen

Wanderführer Norbert Graf (Mitte mit Hut) informierte mit viel Wissen und Erzählungen um die Kehlkapelle (im Hintergrund) bei Höhengau. Bild: ibj
Freizeit
Hahnbach
13.04.2016
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Höhengau. Zur Familienwanderung auf alten Wallfahrtswegen hatte die AOVE mit Norbert Graf zum Grabhügelfeld aus der Bronzezeit und zur Kehlkapelle bei Höhengau eingeladen. Nach zweieinhalb Stunden "Wallfahrt" mit vielen Informationen und Geschichten waren die 40 Teilnehmer sehr zufrieden mit dem gelungenen Sonntagsspaziergang.

Schon "seit Menschengedenken" wallfahre man aus den unterschiedlichsten Gründen, begann der Gästeführer. Kennzeichen sei, dass man ein konkretes Ziel mit der Devise "Der Weg ist wichtig" vor Augen habe. Erstes Ziel war ein Hügelgräberfeld aus der Bronzezeit, auf das man beim Straßenbau zwischen Höhengau und Steiningloh 1968 gestoßen war. Mit einem Durchmesser von 26 und 1,50 Metern Höhe sei dieses vor etwa 3000 Jahren angelegt worden. Leider sei diese Anlage bei ihrer Entdeckung bis auf ein Grab bereits geplündert gewesen

Entlang des von der AOVE ausgeschilderten Mausberg-Wallfahrtswegs und des Hahnbacher Beckens erzählte Graf Geschichten von hier lebenden Hoymännern und kopflosen Reitern. Auf dem weiteren Weg stieg die Gruppe in die als "Kehl" bezeichnete Schlucht ein und erlebte neben von Frühlingsblumen bewachsenen Hängen und mit Farn bedeckten Felsblöcken eine ganz andere Pflanzenwelt. Ferner ging es um eine alte Geschichte von umliegenden, streitsüchtigen Dörfern, die der Teufel selbst "für alle Ewigkeit" in Bäume und Sträucher verwandelt habe.

Das Ziel, die einzigartige Kehlkapelle, sei bei der Hochzeit einer Tochter eines Georg Winkler beschlossen worden. 1749 wurde sie aus einem pyramidenförmigen Sandstein gehauen. Über dem Altar befindet sich eine Darstellung des gegeißelten Heilands, darunter ist ein heiliges Grab angelegt. 24 Quadratmeter groß und fast zwei Meter hoch erhebt sich dieser "Teufelsstein" neben einer Kreuzigungsszene und zwei Bildsteinen für die selige Irmengard und den Bruder Klaus.

Am Ausgangspunkt, der Höhengauer Dorfkapelle, zeigte Graf noch einen Regensburger Silberpfennig, der um 1260 geschlagen worden ist und nahe Höhengau beim Pflügen entdeckt wurde. Den damaligen Wert könne man wohl nur ahnen. Doch wisse man, dass man für einen Pfennig damals etwa 20 Hühner bekam.
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