Franz Krusch macht sich als Bauhofarbeiter beim Hahnbacher Bockbierfest seine Gedanken
„"Süßer moana wunder, wer's’ san“"

Mit seiner Ansprache sorgte Bauhofarbeiter Franz Krusch für tolle Stimmung. Bild: ibj
Freizeit
Hahnbach
23.03.2016
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Beste Stimmung bis weit nach Mitternacht und scharf gewürzte Sprüche kennzeichneten das Bockbierfest der Hahnbacher CSU. "Tut den Durst mit Starkbier löschen, Wasser, das gehört den Fröschen", gab Hahnbachs Schwärzester, Georg Götz, im voll besetzten Rittersaal als Devise aus.

Hahnbach. (ibj) Die Marktbläser mit ihrem Dirigenten Benno Englhart spielten in Orchesterbesetzung bereits vor dem offiziellen Beginn dem nicht nur schwarz gesinnten Publikum zünftig auf. Den anwesenden Josefs spendierte die CSU zum Namenstag Freibier.

"A Gscheida halt's as"


Scharf gewürzte Anspielungen und hintersinnige Empfehlungen begeisterten zusammen mit dem süffigen Bajuvator-Bock die Festgemeinde. Eine Stunde nahm sich Franz Krusch als Bauhofarbeiter Zeit, um schonungslos alles aufs Korn zu nehmen, was ihm in der Gemeinde im vergangenen Jahr so über den Weg gelaufen war. "A Gscheida halt's as, und um die andern is niat schod", meinte er.

Besonders hatte er es auf die Bewohner des Orts Süß abgesehen. Außer der Frohnbergwirtin ließ er an ihnen kein gutes Haar, meinten sie doch immer noch, "wunder, wer sie san", weil der Bürgermeister von dort stammt. Zum Thema Integration empfahl er der großen Politik, sich an der Gebietsreform vor 40 Jahren und an Hahnbach ein Beispiel zu nehmen: "Es dauert halt alles seine Zeit."

Im Hinblick auf die Teilnahme des Bürgermeisters an der Christbaum-Entzündungs-Zeremonie in Rom vermutete er geschäftliche Beziehungen zu dessen Freudenberger Amtskollegen, von dem das Bier für den Neujahrsempfang bezogen worden war. Wenn es nach dem Spruch "Dummheit frisst und Intelligenz säuft" gehe, habe entweder das Bier den Gästen nicht geschmeckt oder es seien zu wenig Kluge anwesend gewesen.

Als sehr gesittet bezeichnete er den Gemeinderatsausflug: "Kein Wunder, dass viele schon bald ins Bett gingen, saßen doch altersmäßig über 3000 Jahre im Bus." Zur Wiedereröffnung des Tiffany fiel ihm ein, dass der Altbürgermeister keine Frau gefunden hätte, wenn sich hier damals nicht ostfränkische Damen umgesehen hätten. Um im Gespräch zu bleiben, riskiere selbiger sogar gefährliche Radausflüge. Beim "Jungbürgermeister" nahm Krusch als erste Amtshandlung die Erhöhung des Sitzungsgeldes wahr. Als sehr schlau würdigte er die Umrüstung der Rathausbeleuchtung auf Bewegungsmelder, so dass längere Pausen in den Amtszimmern durch Dunkelheit offenkundig würden. Komplimente gab es für die Bürgermeistersgattin Monika, da sie immer um eine artgerechte Garderobe ihres Mannes bemüht sei.

Kein graues Haar


2. Bürgermeister Georg Götz musste die schonungslose Frotzelei wegen seiner fehlenden Haarpracht über sich ergehen lassen. Kein graues Haar sei auf seinem Kopf zu finden. Etwas gnädiger ging Krusch mit 3. Bürgermeisterin Evi Höllerer um. Wenn sie regelmäßig mit ihren Kolleginnen Erfahrungen austausche, gehe es um Dixi-Klos entlang der Vils für Zillenfahrerinnen und doppelt so große Frauenparkplätze. Nachdem sie erfolgreich an einem Bieranzapf-Seminar teilgenommen habe, könne man zur Vermeidung von größeren Verlusten ihr den Bieranstich am Marktfest überlassen.

Und noch eine Idee hatte der Redner: Mit dem Abschluss der Kanalarbeiten im Adlholz-Tal im Jahre 2018 könnte gleich das 50. Kanalbaujubiläum in der Marktgemeinde gefeiert werden, um dann mit der Sanierung der Altkanäle beginnen zu können. Nach diversen Prosit-Runden bildeten um Mitternacht Bayernhymne, Deutschlandlied und der traditionelle Marsch "Glück auf" das Finale des unterhaltsamen Festabends.
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