Karten-Abende beim Hahnbacher Frauenbund
Macht Spaß und ist gut fürs Köpfchen

Jede Menge Karten, aber einfache Regeln: So können auch Anfänger sofort mitspielen beim Rommé. Und wer sich mit den vielen Karten auf der Hand schwer tut, nimmt einfach einen Halter dafür. Soll ja schließlich Spaß machen und nicht anstrengend sein.
Freizeit
Hahnbach
01.01.2016
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Ein bisschen Hirn-Gymnastik gehört auch dazu: Am Ende jeder Runde werden die Minuspunkte der Mitspieler berechnet.

Der Neuling darf gleich mitspielen, auch wenn sein letztes Mal schon lange her ist - man ist schließlich schnell wieder drin. So schnell, dass der Gast am Tisch die erste Partie Rommé sofort gewinnt.

"Sie haben doch gesagt, Sie können's nicht", protestiert prompt eine Mitspielerin. Stimmt nicht. Der vorsorgliche Hinweis an die Runde war, die letzte Partie liege schon sehr lang zurück. Das ist für einen Lacher am Tisch gut, wie so vieles an diesem Abend. Kein Wunder: Die Mitspielerinnen sind sich einig, dass es ihnen vor allem um den Spaß geht. Und um die Geselligkeit. Von beidem gibt es reichlich beim Frauenbund-Karteln im Klostergewölbe. Und einen Imbiss noch dazu.

Ratschen gehört dazu


Heute haben die Damen gebacken, jede hat etwas mitgebracht, was jetzt an den Tischen verteilt wird. Ein bisschen Ratschen muss auch sein. Über den Enkel, der jetzt Diakon ist. Und über das letzte Preisrommé. Schön war's und tolle Preise gab's wieder - 50 Euro für den Besten, aber auch eine Prag-Reise. Beim nächsten Mal sind die Hahnbacher ganz sicher wieder mit dabei.

Für jeden ein Gewinn


Diese Wettbewerbe waren der Ursprung der Rommé-Runden beim Frauenbund. "Sechs Jahre sind wir auswärts zum Preisrommé gefahren", erinnert sich Vorsitzende Inge Schrade an ihre damaligen Ausflüge mit ihrer Stellvertreterin Christine Sperber. Weil den beiden das Karteln so viel Spaß machte, hat es der Verein dann einfach "auf gut Glück" in sein Programm aufgenommen. Inzwischen treffen sich die Hahnbacherinnen regelmäßig einmal im Monat. Und organisieren längst auch eigene Preisrommé-Turniere, jedes Jahr im Oktober. Die örtlichen Geschäfte sind großzügig. Sie sorgen durch Sachspenden dafür, dass am Ende jeder Teilnehmer einen Preis bekommt. "2009 waren 140 Spieler aus dem ganze Landkreis bei uns", berichtet Schrade stolz. Am Ende bleibt sogar immer noch etwas übrig für wohltätige Zwecke im Ort oder in der Region, für Institutionen wie die Notfallseelsorge oder die Amberger Tafel. Schrade kommt beim Überschlagen schnell auf 600 Euro.

Dass die Damen in Hahnbach regelmäßig einmal im Monat spielen, war eigentlich gar nicht geplant. "Aber ich opfere gern meine Zeit dafür", sagt die Vorsitzende. Viele ihrer Mitstreiterinnen mischen zusätzlich auch auswärts die Karten - sind regelmäßige Gäste in Neukirchen, Illschwang, Sulzbach-Rosenberg, bei der Frauen-Union oder in der Amberger Elternschule. "Wir machen alle gegenseitig Werbung füreinander."

Regeln leicht zu lernen


Um die 20 Teilnehmer treffen sich jeden ersten Dienstag im Monat im Klostergewölbe. Auch Männer wären hier willkommen, sind aber eher seltene Gäste. "Die gehen zum Singen", sagt die Vorsitzende angesichts der parallel laufenden Chortreffen, erinnert sich aber: "Einer war mal da." "Bei uns darf jeder mitspielen", betont Schrade. Egal, ob jung oder alt. Auch Anfänger. Schließlich sind die Regeln leicht zu lernen. Hanni Schuster braucht keine Einweisung mehr. Sie ist zwar heute erst zum dritten Mal dabei, spielt aber schon seit 25 Jahren Rommé und seit etwa einem Jahr beim Frauenbund. Ihre Nachbarin, Hildegard Gallitzendörfer, hat sie auf diese Runde aufmerksam gemacht.

Auch was fürs Köpfchen


"Die Unterhaltung ist wichtig", meint Ingrid Freisinger, während sie ihre Karten sortiert. Wer das so geschickt macht, dass er alle auf einmal auslegen kann, ist der Star: "Handrommé" nennt man das. Da hört der Spaß auf. Zumindest für einen Moment. "Da ärgert man sich schon, wenn einer Hand reinhaut", gibt Freisinger zu. Die Karten, die die Mitspieler dann noch haben, zählen doppelt, da ist man schnell gut dreistellig im Minus.

Inge Horst und Frieda Wagner sind von Anfang an dabei. Wagner spielt in einer anderen Gruppe schon seit 25 Jahren. Was fasziniert sie am Rommé? "Die Geselligkeit ist wichtig", meint sie - "dass man nicht alleine daheim sitzt. Und sein Gehirn kann man auch ein bisschen anstrengen." Da kann Brigitte Schulz nur zustimmen: "Das ist eine Abwechslung zum Fernsehen." Und man sei unter netten Menschen. Anna Fenk möchte das auch nicht missen. Sie ist seit 45 Jahren im Frauenbund aktiv, macht alles mit, "was Spaß macht". Rommé gehört da unbedingt dazu. Die erste Runde Karten ist ausgeteilt, die Damen sortieren ihr Blatt. Wer Kombinationen im Wert von 40 Punkten zusammenbekommt, darf diese auslegen. Alle rechnen fleißig. Mist, reicht noch nicht. Brigitte Schulz zitiert dazu "eine alte Bauernregel": "Wer nicht raus kann, muss drin bleiben." Es darf gelacht werden. Da sind die Rommé-Damen nicht so verbissen wie mancher Schafkopfer.

Das elfte Gebot


Anna Fenk weiß, wovon sie spricht, sie kennt sich auch mit dem Grünen und dem Alten aus. Aber das Schafkopfen mit den Jungen ist ihr zu schnell. "Da hab ich mal was Falsches rausgelegt - und schon haben sie geschimpft", erzählt sie augenzwinkernd. "Da spiele ich lieber Rommé." Geschimpft wird hier niemand. Außer, man ist die Neue am Tisch und gewinnt gleich das erste Spiel. Anfängerglück. Und noch eine Bauernregel von Brigitte Fischer: "Erste Pflaumen sind madig."

Da hat sie wohl Recht, in den weiteren Runden verlässt den Gast das Kartenglück. Macht aber gar nichts, der Spaß bleibt trotzdem am Tisch. Während des Mischens und Gebens ist sogar Zeit für einen Witz - vom Grafen Bobby oder vom Friedhof. Und sogar ein elftes Gebot kann man beim Frauenbund kennenlernen: "Du sollst dich nicht erwischen lassen!" Macht wirklich Spaß, dieses Rommé. Sogar, wenn man sich beim Zusammenzählen der Miesen verrechnet - und die Mitspielerinnen wachsam sind.

Jeden ersten DienstagJeden ersten Dienstag im Monat lädt der Hahnbacher Frauenbund zum Romméspielen ins Klostergewölbe hinter der Kirche ein. Willkommen ist hier wirklich jeder - natürlich auch Männer. Los geht's ab 18.30 Uhr, gespielt wird, so lange es Spaß macht. Neuzugänge dürfen einfach vorbeikommen und mitmachen: Die Regeln sind leicht und schnell zu lernen. (eik)
Du sollst dich nicht erwischen lassen.Elftes Gebot beim Karteln
Bei uns darf jeder mitspielen.Frauenbund-Vorsitzende Inge Schrade
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