Begeistertes Publikum in Amberg
Herbert Pixner Projekt im ACC

Ein Genuss war das Herbert Pixner Projekt im ACC
Kultur
Hahnbach
21.11.2016
157
0

(mma) So sieht Begeisterung aus, so hört sie sich an. Wahre Beifallsstürme erntete das Herbert-Pixner-Projekt im vollen ACC. Herbert Pixner riss mit Diatonischer, verschiedenen Trompeten, Saxofon und Klarinette im übertragenden Sinn die Zuhörer förmlich von den Stühlen. Mit seiner Schwester Heidi Pixner an ihrer Harfe, Manuel Randi mit drei Gitarren und Werner Unterlercher am Kontrabass bildete er ein wirklich perfektes Projekt. Musikalisch durfte man über zwei Stunden lang einen wunderbaren "Summer" noch einmal miterleben.

Ein andächtig lauschendes Publikum war gerne gefangen in der hervorragenden Mischung aus furiosen und romantischen Melodien sowie einer stimmungsvollen Hintergrundlichtshow. Hinzu kamen die Musiker, die sich ohne Notenblätter, ganz Herz und Seele, sichtbar hineinknieten in ihre Klangwelten aus Südtirol und dem Rest der Welt. Durch den vollen Saal zogen ein stimmungsvoller Sommernachtstraum, ein heftiges -gewitter, unbekümmerte Jugenderinnerungen und ein schwül-heißer Autobahn-Blues mit aufkommenden Erinnerungen an die Spaghetti-Western-Zeit. Hinzu gesellte sich eine zwitschernde Nachtigall oder gar die gruselige Mär von der drei Senner mordenden und fleischgewordenen Strohpuppe in ihrer blutigen Rache.

Von der Angst vor Verlusten bei einem frühen Schneeeinbruch auf der Alm berichtete Herbert Pixner, der viele Jahre lang Senner in Tirol und in der Schweiz war. Musikalisch wurde ein innig flehendes Gebet daraus. Ähnlich mystisch-mythisch zog ein Sonnenaufgang in den Bergen alle in den Bann. Der ehemalige Radiomoderator Pixner riet dazu, die Augen zu schließen, um noch besser jene unsagbaren Empfindungen nachspüren zu können. Unbändige Lebens- und Spiellust sprudelte von der Bühne beim "Tango to go", einem jazzigen Saxofon, dem Summer Bossa, einem minimalistischen Zwiefachen, gemischt mit "Dirty Diana" oder der senegalesischen Komposition des "zutraulichen" Gitarristen. Hier überzeugte nicht nur Manuel Randi, der "bestaussehendste Italiener", mit einem virtuosen Solo, sondern auch Herbert Pixner, der im zweiten orchestralen Teil sein Akkordeon als Percussion missbrauchte. Das, obwohl nach seinem Eingeständnis "seine Finger jedes Mal nachher doppelt so dick wie vorher" sind. Immer wieder lobte Pixner sein "feines Publikum" und wiederholte sein "sche, dass da seid's". Gerne komme er auch wieder "zu eich, in die Oberpfalz, nach Amberg" auf einer seiner Tourneen, die der zweifache Familienvater nun schon seit elf Jahren unternimmt. Die Zugaben umrissen noch einmal die große Bandbreite des Quartetts. Vom ruhigen, fast schon adventlichen Walzer steigerte es sich, scheinbar nicht müde werdend, zu virtuosen raumfüllenden Klängen, die mit stehenden Ovationen quittiert wurden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.