Heute beginnt das Frohnbergfest
Lange Tradition einer Wallfahrt auf den Frohnberg

Hunderte von Eltern und Großeltern werden mit Kindern und Enkeln auch heuer zum Kindergottesdienst auf dem "heiligen Berg" der Hahnbacher erwartet. Heute wird das Frohnbergfest eröffnet. Archivbild: mma
Kultur
Hahnbach
13.08.2016
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Auch heuer werden sich in der heute beginnenden Frohnbergfestwoche Tausende von Pilgern und weltlichen Besuchern auf dem"heiligen Berg" im Süden von Hahnbach einfinden. Die dortige Wallfahrtskirche scheint seit Ewigkeiten die Menschen anzuziehen und Ungezählten Trost und Hoffnung zu geben. Aber - war das schon immer so?

(mma) An der Brüstung der Empore in der Mariä Himmelfahrtskirche erzählen Friese von einer fiktiven Entwicklung. Tatsache ist, dass auf dem Bergplateau wohl vom 8. bis zum 10. Jahrhundert eine frühmittelalterliche Wallanlage mit einem Umfang von 1700 Metern bestand, die ansatzweise noch erkannt werden kann. Eine Fliehburg und im 12. und 13. Jahrhundert auch ein Herrensitz, vielleicht sogar eine Burg mit einem tiefen Brunnen, bezeugten neuere Ausgrabungen. Ein nicht unbedeutendes St.-Petrus-Kirchlein ist zuerst als hölzerne Kapelle der Vilsfischer und -schiffer um 1000 und weiter bis ins 15. Jahrhundert in einer steinernen Version urkundlich nachgewiesen.

Bürger aus Sulzbach


Reformatoren, namentlich Kurfürst Ottheinrich, wollten dieses Kirchlein, wie auch viele andere, im 16. Jahrhundert zerstören lassen und "auf Abbruch" verkaufen. Der Dreißigjährige Krieg, ein halbes Jahrhundert später, tat sein Übriges, und auch die Hofstelle auf dem Berg brannte ab und verödete. Doch müssen von den "sechs Altarsteinen ufm Fronberg" zwei kleine Kirchlein stehengeblieben sein, denn 1649, also ein Jahr nach Ende des Dreißigjährigen Krieges, nutzen nachweislich katholische Bürger aus Sulzbach diese für ihren in Sulzbach verbotenen Gottesdienst. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um die sogenannte Lourdeskapelle und eine Vorgängerin der jetzigen Wallfahrtskirche.

Im Zuge der Rekatholisierung unter Kurfürst Maximilian I. waren es auch hier - wie in weiten Teilen Bayerns - die Jesuiten, die sich der Kirche annahmen. Schon 1665 ist eine Marienwallfahrt urkundlich erwähnt, und erste Wundertaten werden aufgezeichnet. Auch ein Eremit zieht auf den Berg und kümmert sich um die Belange der mehr werdenden Pilger.

Da jedoch diese Muttergotteskapelle bald zu klein und baulich in bedenklichem Zustand war, wurde ein Neubau beschlossen. 1725 wurde die neue, größere Wallfahrtskirche geweiht. Ein Turm aus Sandsteinquadern folgte 1750 bis 1752. Nach und nach komplettierte sich die barocke Ausstattung dank vieler Spender.

Moderner Freialtar


Besonders die Verwendung des sehr weichen Sandsteins aber verursachte wiederholt Schäden am Kirchenbau. Umfangreiche Restaurierungen waren 1861, 1893, 1950, 1981 und 2013 nötig. Im Jahr 2010 entstand ein neuer moderner Freialtar in Glas und Beton im Nordosten. Er leistet primär bei den Gottesdiensten in der Wallfahrtswoche um das Patrozinium, dem Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel (15. August), mehrmals täglich bei Gottesdiensten beste Dienste, dies oft vor bis zu Tausend Gläubigen.
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