Katholischer Burschenverein und Mädchengruppe präsentieren neues Theaterstück:
„Ei’gschlogn hot’s“ in Hahnbach

Es geht hoch her in der guten Stube des Hahnbacher Bürgermeister-Ehepaars Weidner. Dort wird gerätselt, geflirtet, gestritten, gebetet und sogar verdroschen. Zu sehen erneut am Samstag und Dienstag. Bild: mma
Kultur
Hahnbach
31.12.2015
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"Ei'gschlogn hot's": So heißt die neue Komödie des katholischen Burschenvereins und der Mädchengruppe, die im Rittersaal Premiere gefeiert hat. Der Titel steht gleichsam fürs Stück, das mit einem Knall startet und ebenso gut einschlug. Zehn Akteure überzeugten unter der Regie von Jürgen Huber und Stefan Gericke mit viel Lokalkolorit das Publikum.

Schlitzohrig und hantig


Die Rollen schienen den jungen Leuten wie auf den Leib geschneidert. Der "zwischen Harley und Treppenlift" rangierende Bürgermeister Hubert Weidner wurde von Christof Reichert mit schlitzohriger Bauernschläue, ruhigem Handeln und männlich-sinnlichen Gefühlen dargestellt. Zupackend sorgte sich von Anfang an Kristin Ringer als seine hantige Gattin Jutta um die "gute Stube", die Rathausbüro, Diskussions- und Rendez-vous-Treffpunkt und sogar Schauplatz für einen handgreiflichen Ehestreit wurde.

Die Streitbarste war Katharina Maul, die ihre "wahre Schönheit" stets in dreckigen Kuhstall-Gummistiefeln als Bäuerin Burgl Binder verbarg und zu viel Arbeit und Plage mit ihrem versoffenen Ehemann Bene hatte, den Tobias Christau mimte. Viele Lachsalven erntete Christian Seifert als "Gscheithaferl" und verliebter schrulliger Lehrer Hugo Schlappner. Sein tägliches Blümchen als "oberste Grenze der Leidenschaft" erhielt Klara Kugler, die rassige esoterische Sekretärin des Bürgermeisters - eine Rolle, die Katrin Weiß bestens verkörperte. Ihr kam "in diesem stinkfaden Nest" die "Kraterstimmung, vor der man in Ehrfurcht erschauern muss", gerade recht.

Den herrlich abgehobenen Geophysiker Gunnar Plaschke gab Thomas Ritter und seinem Gegenpart, der bezaubernden Astrophysikerin Marion Morelli, alias Nina Birzer, flogen auf der Bühne die Männerherzen nur so zu. Auch der himmlische Draht des "auf Saustall neugierigen" Pfarrers Markus Rauch durfte nicht fehlen, ebenso wenig wie Stefan Gericke als aufdringlicher Reporter.

Es war nicht zuletzt der lokale Bezug, den das Publikum schätzte. So durften thematisch "der Weber vom Bauhof", Landrat Reisinger, Kirchenpfleger Konrad Huber und die wertvollen Kirchenfresken oder die Spitze auf den Ammerthaler Wasserkrieg nicht fehlen. Die wichtige Geschäftstüchtigkeit des Marktoberhaupts verlangte prompt nach einem Wurst- und Getränkeverkauf am Kraterrand. Auch die Urangst der Sekretärin, "als Jungfer ins Grab" zu müssen, oder die latente Hoffnung, dass Hahnbach und seine sittlich gefestigten Bewohner endlich zum Nabel der Welt werden, gehörten dazu.

War's ein Meteorit?


War der nächtliche Knall nun "eine Niederkunft aus dem All", ein Meteorit, eine Bombenexplosion oder eine absichtliche Sprengung? Wer das wissen will, der sollte sich diesen Abendspaß nicht entgehen lassen. Am Samstag, 2. Januar, und Dienstag, 5. Januar, beginnt die Krimi-Komödie jeweils um 19.30 Uhr im Saal des Gasthofs Ritter. Bei Lukas Freisinger sind unter 0173/2549 69 30 Kartenreservierungen möglich.
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