Michael Mittermeier präsentiert sein Bühnenprogramm
Ein bisschen wild

Da vergeht sogar dem Comedian der Spaß. Bild: tat
Kultur
Hahnbach
28.11.2016
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Amberg. ( tat) Heftige Gestik und Mimik, quietschende Grunzlaute ins Mikrofon, der eine oder andere Veitstanz - ganz klar, Michael Mittermeier steht auf der Bühne. Im ACC wollte er es noch einmal wild treiben. Das hatte jedoch nicht immer den gewünschten Erfolg.

Der Name ist sprichwörtlich Programm: Ob fast schon pflichtgemäße Lästereien über Donald Trump, den ersten amerikanischen Präsidenten "mit einer geföhnten Katze auf dem Kopf", Stammtischwitze über Österreicher, derbes Bettgeflüster, Anekdoten über den Selfiewahn oder Ausflüge in die Politik, Michael Mittermeier präsentierte quasi im Schweinsgalopp dem Publikum einen wilden Kessel Buntes aus seinem aktuellen Bühnenprogramm "Wild".

Unnachahmlich gut: Ein schwarzer Smart mit getönten Scheiben wird durch den entsprechendem Einsatz der Stimme zu Darth Vaders schwarzem Helm. Der Dialog mit dem Smartbesitzer sorgt im ACC für viel Gelächter. Auch die mimisch - gestische Beschreibung eines Streits zweier Buben auf dem Spielplatz, der in einem Kampf Lichtschwert gegen verdörrten Ast gipfelt, ist einer der Höhepunkte des Programms. Denn Mittermeier hätte selbst gern ein Lichtschwert mit Laserstrahl gehabt: "Wir hatten keine Laserschwerter. Wir haben Kommunionkerzen genommen."

Es sind genau solche Geschichten, die einfach aus dem Leben gegriffen sind, für die der Comedian den meisten Applaus erhält. Aber wehe, es wird politisch. Da fällt dem Komiker-Urgestein nichts wirklich Geistreiches ein. Er macht einfach zu wenig aus deutschen Waffen- und Panzerexporten in die ganze Welt ("Die sind halt froh, dass wir die Dinger nicht selbst behalten!") oder zum Thema Fremdenhass in Deutschland.

Wenn auch Mittermeiers zweieinhalbstündige Bühnenshow stellenweise ein bisschen seicht war, dem Applaus nach zu urteilen, fühlten sich die etwa 800 Gäste im ACC auf jeden Fall gut unterhalten. Die Komikerkonkurrenz ist groß, doch Michael Mittermeier ist und bleibt trotz seiner mittlerweile 50 Lenze immer noch bis zu einem gehörigen Maß ein waschechter Lausbub,
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