Patrozinium auf dem Frohberg
Anschauen bewirkt Anschaungen

Stimmgewaltig umrahmte der Männergesangsverein Hahnbach unter der Leitung von Jana Müller den Hauptgottesdienst am Frauentag.
Kultur
Hahnbach
17.08.2016
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Schier unüberschaubar waren die Pilger an Mariä Himmelfahrt auf dem Frohnberg.


Rund um das FrohnbergfestGelassen und heiter wie die Gottesmutter

Hahnbach . (mma) Eine große Zahl von Pilgern beging am hohen Frauentag das Hauptfest auf dem Frohnberg, das Patrozinium Mariä Himmelfahrt. Pfarrer Dr. Christian Schulz feierte die Eucharistie in Konzelebration mit dem Hahnbacher Ruhestandsgeistlichen Hans Peter Heindl und Pfarrer Herbert Rösl (Süß) am Freialtar vor dem Gnadenbild, begleitet vom Männergesangsverein Hahnbach unter Jana Müller. Zum Abschluss segnete Schulz noch die Kräutersträuße. Er erinnerte daran, dass man nicht nur Kinder mit einem Lächeln zum Lächeln bringen könne. In vielen Darstellungen strahle Maria eine Grundgüte, Frieden und Ruhe aus. Trotz vieler "Verstörungen" in ihrem Leben: "Geben Sie heute wenigstens ab und zu das Strahlen des Antlitzes Marias weiter", dazu forderte der Priester auf - "damit es auf andere abfärbt und die Liebe und das Leben siegen."

"Ich habe heute Maria gesehen"

Hahnbach. (mma) Sogar von außerhalb des Bezirks kamen Frauenbund-Gruppen mit zehn Fahnen auf den Frohnberg. Um die Priester Konrad Kummer, Raffael Muzolf, Christian Preitschaft sowie Hauptzelebrant Bezirksbeirat Dr. Christian Schulz scharte sich auch die Mesnergemeinschaft der Umgebung. Schulz verwies auf einen atheistischen, belgischen Journalisten, der einen Artikel mit dem Titel "Ich habe heute die heilige Maria gesehen" geschrieben habe. Diesem begegnete beim Einkauf eine junge Frau, die ihm von Gott erzählen wollte. Der Aufzug, den er danach bestiegen habe, sei "nie mehr wirklich stehen geblieben", beendete er seinen Bericht.

Schulz betonte, man müsse wirklich "von Gott sprechen", da so viele ein Bedürfnis nach seinem Erbarmen hätten. Voraussetzung sei aber ein "Verweilen, Betrachten, Durchdenken und Mitfühlen" wie einst bei Maria, die sich "in Gott aufgehoben" gewusst habe.

Zuversichtlich, "dass alles lefft"

Hahnbach. (mma) "Keine Zeit für Heimweh" hatten bislang die neuen Wirtsleute auf dem Frohnberg, Herbert und Inge Lindner. "Mein Kopf ist so voll", gestand der Chefkoch und Pächter zu Beginn seines ersten Bergfests - und fügte aufatmend hinzu: "Gut, dass mir meine Frau den ganzen Bürokram und das Drumherum abnimmt."

Ein wenig bang ist ihm aber doch vor dem großen Ansturm, gibt er zu. Doch da die Frohnbergwirtschaft deutlich kleiner ist als seine frühere Gaststätte, ist er zuversichtlich, dass "alles lefft". Dafür hat er seine "halbe Verwandtschaft eingespannt" und "bewährte Kräfte" aus dem vorherigen Lokal. 25 fleißige Mitarbeiter arbeiten in der Festwoche im Schichtbetrieb. Zwei Pärchen aus der näheren Verwandtschaft schlafen sogar am Wochenende in Zelten am Waldrand, um jederzeit einspringen zu können. Am meisten beeindruckt sind die Lindners von der Ruhe auf dem Berg: Nicht nur, dass hier kein Straßenlärm stört - auch, dass das Fest "ohne Musik und Randale" und im besten Sinn "echt christlich" verläuft, beeindruckt sie. Fragt man den Franken nach der Mentalität der Oberpfälzer, hört man nur Lob über deren Herzlichkeit und Humor.

Süßes seit drei Generationen

Hahnbach. (mma) "Meine Oma hatte bereits bei den Stapferln einen Süßigkeitenstand", erinnert sich Werner Mittringer. Allein aus Tradition müsse er also alljährlich auf den Berg. Mit seiner Mannschaft ist er dort täglich ab 9 und nicht selten bis 23 Uhr im Einsatz. Einiges ist gleich geblieben seit den 1960er-Jahren, als die Wiederbelebung der Wallfahrt richtig begann. Noch immer gibt es die "Schleckmuscheln, die Lebkuchenherzen oder die Brauselippenstifte". Auch Styroporflieger werden weiter gekauft - wohl "aus Nostalgiegründen". Oft sagen Opas oder Papas: "Die gab's schon zu unserer Zeit! Die fliegen super!" Die größere Begeisterung beim Zusammenbau zeigten dann nicht selten die Erwachsenen, verrät Mittringer schmunzelnd.

Manches habe sich auch geändert. So sei man früher eher erpicht gewesen auf "alles mit Schokolade". Derzeit verkauften sich aber Artikel aus der Werbung und Saures besser, ergänzt seine Frau Anja.
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