Rick Kavanian präsentierte neues Bühnenprogramm im Musikomm
Rick Kavanian verdörrt im ACC

Welche Sprache klingt schöner? Eindeutig Englisch, findet Rick Kavanian im Musikomm. Bild: tat
Kultur
Hahnbach
15.11.2016
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Sächsisch, Hessisch oder Schwäbisch - Rick Kavanian beherrscht viele Dialekte. Jetzt wagte sich der Comedian sehr hoch hinaus: Etwas oberpfälzisches wolle er lernen. Und das sorgte bei der Präsentation seines Programms "Offroad" im Musikomm für Lachtränen.

Amberg. (tat) Doch zunächst wurde es griechisch, und Kavanian lieferte sich mit seiner Bühnenfigur Dimitri Stoupakis einen verbalen Schlagabtausch. Der Star aus der "Bullyparade" stellte unnachahmlich unter Beweis, dass er sich selbst ebenso gut auf die Schippe nehmen kann. Mit einem wunderbar griechisch gefärbten "Musst achtgeben bei der Dosierung der Ouzo-Schorle", kommentierte er seinen eigenen kleinen Hustenanfall nach einem zu großen Schluck aus dem Wasserglas.

Das weitere Programm lief ebenso flüssig. Kavanian plauderte ungewohnt persönlich aus dem heimischen Nähkästchen. Das Publikum im fast ausverkauften Musikomm erfuhr viel Privates über den 45-jährigen Münchner. Wie bei einem guten Glas Bier erzählte der Künstler seinen Zuhörern in schillernsten Farben und sehr detailliert, wie ihm eine "Wurschtigkeitspille" bei seiner Augen-OP die Angst nahm und wie er sich nackt mit Hilfe der App "Die perfekte Eieruhr" zum Frühstück Eier bereite. Und wehe, seine Mutter ruft an und stört den Prozess. Dann setzt es Sprüche wie "Mama, ich kann jetzt nicht, mein Ei wird hart!"

Nicht nur für diese Sätze lag ihm das Amberger Publikum zu Füßen. Auch sein besonderes Talent, Geräusche zu imitieren, gab seinem mittlerweile vierten Soloprogramm eine besondere Note. Kavanian, der sich auch als Synchronsprecher einen Namen gemacht hat, lieferte mit der bloßen Beschreibung seines Honeymoon-Abendessens im stockdunklen Zeltlager in der Wildnis von Botswana ein nahezu tierisches Hörerlebis.

Von Afrika über die Vereinigten Staaten von Amerika und Thailand ging es dann ab in den "Bavarian Airspace", ins Herz der Oberpfalz. Hier gipfelte Rick Kavanians Interaktion mit dem Publikum in der Suche nach einer typischen Oberpfälzer Wendung. Eine Zuschauerin rief"Dou dadird a da", und dies versetzte den sonst so schlagfertigen Bühnenprofi kurzzeitig in ungläubiges Staunen. Er parierte zunächst recht zaghaft mit: "Das klingt etwas unanständig."

Doch der Vergleich dieses lautmalerischen Satzes mit einem indischen Moped und Kavanians Interpretation des Oberpfälzer Lehrstückchens in Form eines Rap brachte den Publikumsliebling wieder auf die Spur und die Zuschauer an den Rand des Lachmuskelkrampfes.

Der Comedian bot durchgehend eine mehr als unterhaltsame Show. Am Ende seines gut zweistündigen Gastspiels forderten die restlos begeisterten Gäste noch eine Zugabe. Mit einer täuschend echten Hannibal-Lecter-Einlage aus "Das Schweigen der Lämmer" verabschiedete sich der Münchner von seinem Publikum. Es hätte nicht verwundert, wenn der sympathische Künstler alle noch auf ein Bier eingeladen hätte.
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