Stehende Ovationen beim Jahreskonzert der Hahnbacher Marktbläser
Lichtschwert gibt Takt vor

Kultur
Hahnbach
11.04.2016
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Mit großer Konzentration überzeugten die Hahnbacher Marktbläser bei ihrem Jahreskonzert. Bilder: ibj (2)

Stehende Ovationen und Komplimente von allen Seiten gab es für die Hahnbacher Marktbläser am Ende ihres 21. Jahreskonzertes. Was die 43 Musiker unter der Gesamtleitung von Benno Englhart an Blasmusik präsentierten, war ein kultureller Höhepunkt im musikalischen Leben der Marktgemeinde.

Hahnbach. (ibj) Bei der zweieinhalbstündigen Veranstaltung in der voll besetzten Josef-Graf-Halle rundete Pfarrer Christian Schulz das Klangerlebnis mit präziser Moderation ab.

Beim fulminanten Eröffnungsstück "Euregio" aus der Feder von Kurt Gäble zogen neben den anspruchsvollen Hornpassagen besonders die Schlagzeuger alle Register ihres Könnens. Die "Highlights der Klassik" umfassten bekannte klassische Werke von Tschaikowsky, Mozart und Co., und das Orchester demonstrierte eindrucksvoll, dass es ohne weiteres in der Lage ist, sich an diese heranzuwagen.

Festspiele als Inspiration


Das unvergessliche Erlebnis des ehemaligen Dirigenten Matthias Fenk beim Besuch der Bayreuther Wagner-Festspiele war Inspiration genug, den "Einzug der Gäste auf der Wartburg" aus der Oper Tannhäuser mit ins Programm zu nehmen. Imposant bewältigten die Musiker das von Edmund Löffler arrangierte Werk, bei dem man förmlich hören konnte, wie sich die Gäste in feierlichem Aufzug zur Burg hoch bewegen. Mit "Serengeti", einer afrikanischen Rhapsodie, setzten die Interpreten einen Kontrast. Glänzendes Blech, schöne Holzbläserfarben und vor allem auch die ganze Bandbreite der Percussion-Instrumente entführten die Zuhörer in die Savannenlandschaft des ostafrikanischen Tansania.

"Kennen Sie Strauss?" Diese Frage war titelgebend für das Potpourri weltberühmter Johann-Strauss-Kompositionen, arrangiert von Norbert Studnitzky. Bei den Walzerklängen von "An der schönen blauen Donau", "Wein, Weib und Gesang" und Polkamelodien hielt es so manchen tanzfreudigen Konzertbesucher kaum auf dem Platz. Rhythmisches Klatschen begleitete den Radetzkymarsch. Mit dem Amtsgerichts-Ländler und der dazugehörigen Polka wurden gerade die älteren Besucher an die legendäre Fernsehserie "Königlich Bayerisches Amtsgericht" erinnert.

Einen modernen Einstieg in die zweite Konzerthälfte präsentierten die Nachwuchsmusiker mit ihrer Dirigentin Stefanie Daubenmerkl, pfiffige Moderatoren waren Anne Winter und Sebastian Dorfner. Gleich für das erste Stück der "Nachwuxler", "The Star Wars Saga", übergaben sie passend dazu ein Lichtschwert anstelle eines Dirigierstabes. Schon traditionell hatten die jungen Musiker mit "König der Löwen" Klänge aus der Film- und Musicalszene in ihrem Programm. Dabei brillierten als Solistinnen ohne erkennbares Lampenfieber Nina Hefner am Saxofon und Hanna Hefner an der Querflöte. Die massiv geforderte Zugabe "Smoke on the Water" sorgte für rockige Stimmung im Konzertsaal.

Glanzvolles Finale


Mit dem Traditionsmarsch "Jubelklänge" von Ernst Uebel meldete sich das große Orchester schwungvoll und mitreißend zurück. Einen Abstecher in die böhmisch-mährische Blasmusik bildete "Bohemian Lovers". Dabei beeindruckten als Solisten Matthias Fenk mit weichen Tenorhornklängen und Sophia Hofmann, die ihrer Trompete gefühlvolle Töne entlockte. In einem glanzvollen Finale erzeugten beide im Duett Gänsehaut-Feeling.

Beim "Bolero" von Maurice Ravel setzten die Akteure spanische Akzente, die sich vom leisen Pianissimo bis ins kräftige Fortissimo steigerten. Ohne große Anweisungen stimmten die Gäste fast automatisch beim abschließenden "River-Kwai-Marsch" in die allseits bekannten Pfeifpassagen mit ein.

Für die lautstark geforderte Zugabe hatten sich die Musiker etwas Besonderes einfallen lassen. Mit stimmgewaltiger Unterstützung des Hahnbacher Männergesangvereins gaben sie die heimliche Tiroler Landeshymne "Dem Land Tirol die Treue" von Florian Pedarnig zum Besten. Mit Dankesworten und einem Präsent für seine langjährige Vereinsführung überraschte Aktivensprecher Matthias Siegert-Strobel den Vorsitzenden Josef Iberer und lud ihn zum Dirigieren des "Bozner Bergsteiger Marsches" ein, ebenso begleitet von den kräftigen Stimmen seiner Sangesfreunde. Mit dem Marsch "Laridah" endete der Konzertabend.
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