200 Millionen Jahre alt

Das Portal zum Turm zeigt nicht nur den gotischen Ursprung der Hahnbacher Pfarrkirche St. Jakobus, sondern auch die beim Bau verwendeten Arten von Sandstein. Bild: mbs
Lokales
Hahnbach
25.07.2015
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Die Hahnbacher Pfarrkirche ist in der Oberpfalz eines der mittelalterlichen Gotteshäuser, die ihren ursprünglichen Charakter noch am stärksten bewahrt haben. Und sie ist aus sehr interessanten Steinen erbaut.

Die Geologin Dr. Angela Wirsing und Heimatpfleger Ludwig Graf machten bei der AOVE-Führung durch die Kirche St. Jakobus gemeinsame Sache. Graf war für die Baugeschichte zuständig. "Zwischen Basilika und Hallenkirche" beschreibt das Landesamt für Denkmalpflege den Bau. In einer Urkunde vom Kloster Michelfeld, ausgestellt von Bischof Otto I. von Bamberg am 6. November 1121, wird von einen Ministerialen des Bischof berichtet: Erchenbert de Hanbek in Haninpak, der dort Grundherr war.

193 Pesttote

Im Saalbuch (Steuerbuch) von Herzog Ludwig II. (1268-1294) wird eine "Kirch" in Hahnbach erwähnt. Auf dem ehemaligen Friedhof auf der Nordseite liegen die Pesttoten aus den Jahren 1582/1583. 193 Menschen hat sich der Schwarze Tod damals geholt. Der Kirchturm an der Westseite wurde 1521 begonnen, nach 17 Jahren die Kuppel aufgesetzt, fünf Stockwerke hoch, etwa 50 Meter. Die Pfarrkirche ist dem Heiligen Jakobus geweiht. Sehenswert sind die Wandgemälde im Chor und die Deckengemälde aus fränkischer Schule, die Szenen aus dem Leben des Heiligen Jakobus zeigen.

Wie die Felsenkeller

Dr. Angela Wirsing wusste, dass zum Bau der Kirche mindestens drei Sandstein-Arten verwendet wurden. Den größten Anteil hat der graugelbe Rhätsandstein, etwa 200 Milionen Jahre alt. Er wurde früher in vielen Steinbrüchen (Frohnhof, Süßer Berg, Höhengau, Mausberg) abgebaut. Auffallend ist der gelbe Seugaster Sandstein, etwa im Portal an der Nordseite des Kirchturms, mit 85 Millionen Jahren der jüngste Vertreter der regionalen Sandsteine.

Starke Regenfälle in einer längst verschwundenen Wüste ließen vor 215 Millionen Jahren den Burgsandstein entstehen. Der grobkörnige rote Sandstein ist das älteste Gestein in der Kirchenmauer. Auch die Hahnbacher Felsenkeller liegen im Burgsandstein, der seinen Namen dem Nürnberger Burgfelsen verdankt.
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