Auch dem Pfarrer eingeschenkt

Köstlich amüsierte sich die lokale und überörtliche CSU-Prominenz beim Hahnbacher Bockbierfest. Bild: ibj
Lokales
Hahnbach
26.03.2015
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Bombenstimmung und kräftige Sprüche kennzeichneten wieder das Bockbierfest der Hahnbacher CSU. Dabei mussten sich auch die "Schwarzen" wieder einiges anhören.

Die Hahnbacher Marktbläser bliesen in Orchesterbesetzung mit ihrem Dirigenten Benno Englhart bereits vor dem offiziellen Beginn dem nicht nur von der CSU besetzten Publikum den Marsch. Scharf gewürzte Anspielungen und hintersinnige Einlagen begeisterten zusammen mit dem süffigen Bajuvator die Festgemeinde. Eine Stunde lang nahm "Bauhofarbeiter" Franz Krusch alles aufs Korn, was sich in Hahnbach im vergangenen Jahr ereignete. Sehr gelegen kam ihm dabei auch der "zufällig" vorbeiradelnde E-Biker Ewald Roßmann, der das Publikum vor allem mit Episoden aus Süß erheiterte. Dort seien die Dorfbewohner doch tatsächlich der Meinung, dass der Ort dank "seines Bürgermeisters" nunmehr der Nabel der Welt sei.

Mit Evi Höllerer als Bürgermeister-Stellvertreterin sei nun auch im hiesigen Gemeinderat die Quotenregelung angekommen, frotzelte Krusch. Beim Nachdenken über die Aussage von Finanzminister Schäuble von einer schwarzen Null, seien ihm aus der Hahnbacher CSU einige Namen eingefallen. Auch der Pfarrer kam nicht ungeschoren davon: Seine schönen Predigten könnten ein Grund für den Nestbau der Störche auf der Pfarrkirche sein. Auch Bürgermeister Bernhard Lindner sei von den Predigten so angetan, dass er während des Frohnbergfestes jeden Tag schon morgens in der Kirche war. Ein weiterer Grund für den regen Festbesuch des Rathauschefs könnte die Erwartung einer göttlichen Eingebung gewesen sein. Sein einziges Wahlversprechen, sich zu Hause des Rasenmähens anzunehmen, habe Lindner jedenfalls mit dem Kauf eines Mähroboters eingelöst.

Für den Landrat hatte Krusch den Tipp, bei der Wurstverkostung der Metzgerinnung Altbürgermeister Hans Kummert als Knackwurst-Sachverständigen mitzunehmen. Um Verwechslungen zwischen Frauen mit alten Schachteln auf dem Wertstoffhof zu vermeiden, empfahl er für den "einheimischen Oberaufseher", ein Megafon zu beschaffen.

Zum Dauerbrenner "Kneippbecken" meinte er, dass es sich bei dem trüben Wasser um Heilschlämme handle und diese die Heilung von Krampfadern bewirken. Wenn alle Einwohner davon befreit seien, habe Hahnbach gute Chancen, Kurort zu werden. Dann könnte auch die Vision des Bürgermeisters von den Vils-Terrassen verwirklicht werden. Nach erkennbarer Wirkung des Fastengetränks bildeten um Mitternacht Bayernhymne, Deutschlandlied und der traditionelle Marsch "Glück auf" das Finale des unterhaltsamen und kurzweiligen Festabends.
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