Beeindruckendes
Im Gedenken an Jesu Leid

Lokales
Hahnbach
01.04.2015
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Passionskonzert in der Pfarrkirche St. Jakob: Das fein abgestimmte und abwechslungsreiche Programm ließ auch schon die Vorfreude auf das Osterfest durchscheinen.

Der Organist Christof Weiß begleitete alle Solisten. Allerdings machte es ihm die erst 2010 aufwendig renovierte Orgel eigenen Angaben zufolge schwer, den Werken klanglich und stilistisch gerecht zu werden. Weiß eröffnete die sehr gut besuchte Veranstaltung mit einer dezent registrierten Fantasie von J. Krieger, ehe Pfarrer Dr. Christian Schulz die Zuhörer und Akteure begrüßte. Seine besinnlichen Gedanken zur Passion Jesu Christi bildeten das verbindende Element im Programm.

Der gemischte Chor sang unter Leitung von Andreas Hubmann ruhig und fließend die italienische Laude "Alta Trinita" und "Holz auf Jesu Schulter" im anspruchsvollen imitatorischen Satz von Thomas Drescher. Das Choralvorspiel "Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ" von Johann Sebastian Bach leitete über zu "O Sünder hör doch einmal auf" von H. Meixner und "Auf den Ölberg will ich gehen" der Hahnbacher Sänger, die sich sehr sicher präsentierten.

Sopranistin Jana Müller sang zurückgenommen, aber dennoch intensiv in der Tongebung die Händel-Arie "Lascia chi'o pianga (Lass mich mit Tränen mein Los beklagen). Die Violinisten Andreas Hubmann und Michael Schormüller brachten mit "The Golden Sonata" (H. Purcell) eine besondere instrumentale Note ins Programm. Das langsame, in klagendem Ton gehaltene Largo wurde von zwei beschwingt vorgetragenen Sätzen eingerahmt. Unter der Leitung von Jana Müller trugen die kräftigen Stimmen des Männergesangvereins Hahnbach "Herr der Welten" von M. Bühler und "Stabat mater" von G. M. Nanino vor. Dynamisch gut abgestuft war ihr "Gib uns, Herr, den Frieden" von O. Groll.

Nach dem Choralvorspiel "Jesu meine Freude" von Bach sang Jana Müller das "Agnus Dei" des eher als Opernkomponisten bekannten G. Bizet und das "Panis angelus" von C. Franck mit eindrucksvoller stimmlicher Präsenz. Den Schlusspunkt setzte wieder der gemischte Chor mit dem lebhaft intonierten "In meines Herzens Grunde" von Bach und "So sehr hat Gott die Welt geliebt" von Michael Schmoll.

Das abschließende "Otche nash" (Vater unser) von N. Kedroff, der russisch-orthodoxen Liturgie entsprechend in der Landessprache und äußerst ausdrucksstark und meditativ vorgetragen, zog die Zuhörer so sehr in den Bann, dass der langanhaltende Beifall erst nach einer gespannten Pause einsetzte.
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