Die letzte Bergpredigt

10 000 Euro des Fördervereins zum Erhalt der Kirchen in der Pfarrei überreichte dessen Vorsitzender Franz Erras (links) an Pfarrer Dr. Christian Schulz.
Lokales
Hahnbach
18.08.2015
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Am Sonntag gingen die Lichter auf dem Berg aus: das einwöchige Frohnbergfest war zu Ende. Zu den letzten Messen waren erneut viele Gläubige gekommen.

Eine Nacht der Lichter, bei der gesungen und gebetet wurde, gab es am Freitagabend. Pfarrer Dr. Christian Schulz ging auf das Bild des barmherzigen Jesus der Schwester Faustina ein. Man dürfe sich der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen, versicherte er.

Den Gottesdienst am Samstag zelebrierten der Hahnbacher Ruhestandgeistliche Hans-Peter Heindl und der aus Süß stammende Pfarrer Herbert Rösl. Diakon Dieter Gerstacker predigte über die Anziehungskraft der Marienwallfahrten. "Überall auf der Welt brennen vor Marienbildnissen Kerzen", sagte er. Kummer, Not, Leid und Dank ließen sich, wie das Tiefste im Menschen, oft nicht in Worte fassen. Wie Maria sollten die Gläubigen "ohne Angst vor der Zukunft, im Vertrauen auf Gott und in Liebe" jeder an seinem Platz sich im Alltag bewähren. Dann seien alle immer vorbereitet, "gleich wo uns sein Ruf erwarten mag", so der Diakon.

Die heutige Sonntagskultur

Die Männergesangvereine Hahnbach und Ursulapoppenricht unter der Leitung von Jana Müller sangen beim Sonntagsgottesdienst, den der Hahnbacher Pfarrer Dr. Christian Schulz zelebrierte. "Ohne den Sonntag können wir nicht bestehen", sollen 50 Christen im Jahr 304 in Abitinae auf den Vorwurf der Übertretung des Versammlungsverbots unter Kaiser Diokletian geantwortet haben. Die Christen seien dem Gottkaiser verdächtig gewesen, "da sie an einer Wirklichkeit festhielten, die über die Welt hinausreicht".

Das von ihnen gefeierte sonntägliche Herrenmahl, die Eucharistie, sei für sie nicht - wie heute oft - Ruhe, sondern die belebende Unruhe der Auferstehung gewesen. Schulz ging auch auf die Sonntagskultur in der heutigen Zeit ein. Mit Festkleid, gemeinsamem Mahl und Erlebnissen wie Ausflügen schaffe man bleibende Erinnerungen, auch wenn diese zeitweise verschüttet würden.

"Seien Sie selber ganz dabei, dann tragen Sie Ihren Glauben im rechten Umgang in Wort und Tat auch weiter", sagte der Priester zu den Gläubigen. Den Abschlussgottesdienst am Sonntagabend eröffneten 33 Musiker der Hahnbacher Marktbläser. Zu der Messe waren Hunderte von Gläubigen, darunter Erstkommunionkinder in ihren Festkleidern, gekommen. In seiner Predigt blickte Pfarrer Schulz auf die Wallfahrtswoche zurück.

Er hoffe, dass die Ansprachen den Glauben stärkten, Neugier weckten und auch Fragen hervorriefen. Er wünsche sich von allen ein "überdachtes, entschiedenes Christsein". Mit Selbstvertrauen und innerster Überzeugung solle man "in seiner Nachfolge aufrecht gehen und die Liebe in der Wahrheit tun".

"Wir sind seine Freunde"

Die Gläubigen sollten aus der Heiligen Schrift schöpfen und auf menschliche Vernunft setzen, aber nie vergessen, das Erbarmen in den Mittelpunkt zu stellen. Er hoffe, immer tiefer werde begriffen, dass "Jesus der einzige alternativlos Wahrhafte ist und wir seine Freunde sind".
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