Ein Blick ins Innere der Wallfahrtskirche am Fronberg: Wer kennt die Geschichten von Agatha, ...
Die heiligen Frauen aus der Kirche

Lokales
Hahnbach
07.08.2015
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Wenn vom 8. bis zum 16. August wieder das traditionelle Frohnbergfest im Süden von Hahnbach stattfindet, zieht es viele Pilger auch ins Innere der Wallfahrtskirche. Dort sind die Aufnahme Mariens in den Himmel, die Szenen aus ihrem Leben vielen vertraut. Doch drei weitere Frauen sind vielen sicher unbekannter.

In den beiden Auszugsbildern der Seitenaltäre findet man die Heilige Agatha (links) und die Heilige Appolonia (rechts). Die dritte, wohl besser bekannte Schutzpatronin am rechten Seitenaltar ist die Heilige Barbara mit einem Kelch und einer Hostie.

Attribut des Martyriums

Die Darstellung der Heiligen Agatha von Catania auf Sizilien am linken Florianaltar zeigt sie mit zwei Brüsten in einer Schale und einem Palmzweig, dem Attribut ihres Martyriums. Wahrscheinlich starb diese heilige Jungfrau unter der systematischen Christenverfolgung des Kaisers Decius zwischen 249 und 151.

Der Überlieferung nach wurde sie als Tochter wohlhabender Eltern geboren. Als gottgeweihte Jungfrau lehnte sie den Heiratsantrag des heidnischen Statthalters von Sizilien, Quintianus, ab. Dieser war so erbost darüber, dass er sie in ein Freudenhaus verschleppen und schänden ließ.

Als sie aber nach einem Monat trotzdem seinen wiederholten Heiratsantrag zurückwies, veranlasste Quintianus ihr beide Brüste abzuschneiden. Doch im Kerker erschien der Gemarterten der Heilige Apostel Petrus, der sie pflegte und heilte. Daraufhin ließ der zurückgewiesene Statthalter sie auf glühende Scherben und Kohlen legen, wodurch sie starb.

Als nach einem Jahr der Ätna wieder ausbrach, zogen die Einwohner von Catania mit dem Schleier der Heiligen dem Lavastrom entgegen, der daraufhin zum Stillstand kam.

Agatha liegt in der Kathedrale von Catania begraben. Sie ist die Schutzheilige ihrer Stadt, der Malteser, der Armen und Hirtinnen, der Glocken- und Erzgießer, der Weber sowie der Goldschmiede. Sie gilt zudem auch als Helferin bei Brusterkrankungen, Viehseuchen und Erdbeben. Vor allem in der Schweiz ist sie oft Schutzpatronin der Feuerwehren. Ihr Gedenktag ist der 5. Februar.

Die Heilige wird üblicherweise mit einer Schale abgebildet, in der ihre beiden Brüste liegen. Als dies aber in Vergessenheit geriet, hielt man diese für Brote. So gibt es in vielen Gegenden Bayerns und Österreichs den Brauch der Agathebrote, welche gesegnet werden und Mensch und Tier gut tun sollen.

Die Heilige oberhalb des Heiligen Wendelin am rechten Seitenaltar ist Appolonia. In ihrer rechten Hand hält sie eine Zange und in der linken die Märtyrerpalme. Apollonia von Alexandrien lebte wahrscheinlich im 3. Jahrhundert in Ägypten. Unter Kaiser Philippus Arabs soll sie, nach einem Bericht des Bischofs Dionysius von Alexandrien, den Märtyrertod erlitten haben.

Sprung ins Feuer

Bei einer der Christenverfolgungen verschleppt, hat man ihr mit einer Zange alle Zähne ausgerissen. Auch drohte man ihr, sie lebendig zu verbrennen, falls sie ihren Glauben nicht verleugne. Daraufhin soll sie laut betend selbst in den brennenden Scheiterhaufen gesprungen sein, wo sie verbrannte.

Aufgrund ihres Martyriums gilt sie als Helferin besonders bei Zahn- und auch Augenleiden. Die Körner der Gemeinen Pfingstrose reihte man früher nicht selten in Ketten auf und gab diese "Appoloniakörner" zahnenden Kleinkindern zum Kauen. Ihr Gedenktag ist der 9. Februar, sowohl in der katholischen wie auch in der orthodoxen Kirche.

Vertrauter ist wohl den meisten die Heilige Barbara, deren geschnitzte Figur sich am Wendelinaltar befindet. Sie wurde der Überlieferung nach unter der Regentschaft von Kaiser Maximinus Daia 306 von ihrem Vater Dioscuros in Nikomedia in Kleinasien ermordet.

Dieser wollte sie mit einem heidnischen Jüngling vom kaiserlichen Hof verheiraten. Als Barbara ablehnte, ließ er sie in einem Turm einsperren. Der Priester Valentinus soll sie dort besucht haben, um die christliche Lehre zu vertiefen und auch die Kommunion zu bringen.

Enthauptet vom Vater

Als sie ein drittes Fenster als Zeichen ihres Glaubens an die heilige Dreifaltigkeit in den Turm hauen ließ, soll sie auf Anordnung ihres Vaters gefoltert worden sein. Schließlich soll sie ihr eigener Vater enthauptet haben, worauf diesen aber ein Blitz traf, der ihn verbrannte.

Barbara gilt primär als Schutzpatronin der Sterbenden, aber auch als Helferin gegen Blitz- und Feuersgefahr sowie als Schutzpatronen der Bergleute, Architekten, Zimmerleute und Elektriker. Ihr Gedenktag ist der 4. Dezember, an dem heute noch der Brauch der Barbarazweige weit verbreitet ist: Man schneidet Kirschbaum-Zweige, gibt sie in eine Vase und um oder an Weihnachten blühen diese dann oft - als Zeichen neues Lebens - auf.
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