Ein historisches Hoch

Lokales
Hahnbach
04.04.2015
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5,5 Millionen Euro investiert der Markt Hahnbach heuer. Zwei Millionen mehr als 2014. Ein Rekord, der eine neue Kreditaufnahme mit sich bringt.

Die geht auf nicht aufschiebbare Investitionen im Abwassersektor zurück. Der Kredit erreicht allerdings nur die Höhe der Tilgungsleistungen von 760 000 Euro. Alle Fraktionen des Marktgemeinderates trugen den Haushalt mit und bescheinigten Kämmerin Sabine Wilde hervorragende Arbeit.

Dominik Sachsenhauser (CSU) stellte eine nahezu konstant bleibende Summe der Steuern und Zuweisungen im Verwaltungshaushalt fest. Die Mehrausgaben seien vor allem durch die Erhöhung der Kreisumlage um 200 000 Euro bedingt. Im Bildungsbereich seien nach Abzug der Zuwendungen Ausgaben von 418 000 Euro für Kinderkrippen und -gärten sowie 736 000 für Schulen angesetzt.

Breitband in der Fläche

Der Vermögenshaushalt verzeichnet laut Sachsenhauser gegenüber 2014 eine Steigerung um 1,8 Millionen Euro auf ein historisches Hoch von 4,7 Millionen Euro. Gemäß Investitionsprogramm werde dieser Wert 2016 so hoch bleiben. Als besondere Investitionen nannte er: mehrere parallele Bauabschnitte der Abwasserbeseitigung Mimbach-Mausdorf und Adlholz (2,3 Millionen Euro) sowie den flächendeckenden Ausbau der Breitbandversorgung. Neues Fahrzeug für die Feuerwehr Hahnbach, Teilnahme am Programm Kernwegenetz und Erschließung des Baugebiets Hahnbach-West 3 - alle Investitionen seien gerechtfertigt. Um sie ohne Neuverschuldung durchführen zu können, würden die 2015 anfallenden Tilgungen mit rund 760 000 Euro anschlussfinanziert und ein Teil der Rücklagen (geplant: 1,13 Millionen Euro) entnommen.

Schulden schnell tilgen

Für die SPD stellte Christof Braunisch fest, die finanzielle Lage der Marktgemeinde habe sich zwar verbessert, sei aber immer noch angespannt. Bedingt durch Großprojekte wie die energetische Sanierung der Schule oder den Bau der Josef-Graf-Halle habe sich der Schuldenstand von 5 970 000 Euro entwickelt. Die Schulden der Nahwärmeversorgung in Höhe von 780 000 Euro seien dabei noch nicht berücksichtigt. Jährlich fielen 767 000 Euro an Zinsen und Tilgung an. Um das Geld für wichtigere Dinge ausgeben zu können, wäre es vernünftig, diese Schulden so schnell wie möglich zu tilgen.

Zur Verbesserung der Finanzsituation sei es auch nötig, Gewerbeflächen nicht an "Scheingewerbler" zu verkaufen, die nur einen billigen Bau- oder Reitplatz erwerben wollten. Die Überprüfung der Wassergebühren stehe noch an. Hier seien die Rücklagen aufgebraucht, so dass die vom Kommunalen Prüfungsverband geforderte Kostendeckung gefährdet sei. Braunisch: "Nach Einschätzung der SPD-Fraktion befindet sich der Markt Hahnbach - sofern weiterhin umsichtig gewirtschaftet wird - auf einem guten Weg in die Zukunft."

Werner Wendl (FW) bemerkte, vor allem die Entnahme aus Rücklagen und die Zuweisungen vom Freistaat seien Grund für die hohen Einnahmen. Sie lägen um 50 Prozent höher als 2014. Die Pro-Kopf-Schuldentilgung mit 178 Euro (22 Euro mehr als 2014) müsse nach Abschluss der Tiefbaumaßnahmen in Mimbach-Mausdorf und Adlholz wieder stark nach unten korrigiert werden.

Zinstief spricht für Kredite

Die Kreditaufnahme von 760 000 Euro für Investitionen sei bei der momentan sehr geringen Verzinsung vertretbar. Der stetig sinkenden Einwohnerzahl der Marktgemeinde könnten das Baugebiet in Ursulapoppenricht und das bevorstehende Hahnbach-West 3 entgegenwirken. Bauplatzverkauf mit Bauzwang sei hier unumgänglich. Landfraß und grassierendes Ortskernsterben dürfe aber nicht überhandnehmen. Mit 19:0 Stimmen wurde die Haushaltssatzung erlassen und der Finanzplan 2014 bis 2018 ebenso wie der Stellenplan 2015 genehmigt.
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