Eine wahre Geschichte - von Rosa Böhm, geb. Kederer, Jahrgang1927
Viehdiebe in Hahnbach

Lokales
Hahnbach
01.10.2014
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Kein Kühlschrank, Fleisch als absolutes Luxusgut und der Metzger auf Hausbesuch - so war das in früheren Zeiten mit dem Schlachten daheim. Rosa Böhm erzählt uns davon. Und von einer unliebsamen Überraschung:

"Es leben noch drei Personen aus dieser Zeit: der Oudl Alis (Trösch Alois), die Paulers Marie (Falk Maria) und ich. All das Folgende geschah in Hahnbach, im Februar 1950. Es war ein heller, eiskalter Wintertag, gerade richtig für ein Schlachtfest. Seinerzeit gab es noch keinen Kühlschrank.

Vorsorgen in Sachen Verpflegung

Nach dem Krieg fing alles von vorne an. Mein Mann Konrad sagte zu mir: 'Wir könnten doch ein Sucherl füttern.' Gesagt, getan, baute er als Zimmermann einen Saustall im Anwesen meiner Schwiegereltern Böhm in der Pandurengasse 11.

Um diese Zeit kam immer ein Sauhändler nach Hahnbach, wo wir uns ein gesundes Ferkel aussuchen konnten. So ging alles seinen Gang. Es war eine Freude, zuzuschauen, wie das Ferkel wuchs. Und wie halt so die Zeit verging, wuchs mein Sucherl zu einer schönen Sau und ist schlachtreif geworden. Ich habe alle Tage beim Füttern mit ihr geredet - wie es halt so ist.

Der Metzger (Oudl Alis) wurde für einen Samstagnachmittag bestellt. Es war alles vorbereitet. Konrad hat die Messer gewetzt und eine alte, große Tischplatte hergerichtet, weil der Küchentisch viel zu klein war. Wir mussten auch noch den Sautrog beim Sternwirt holen, da war der Metzger am Vormittag.

Also machten wir uns auf den Weg. Beim Sternwirt haben die uns ganz normal empfangen. Konrad packte den Sautrog auf's Wagerl und wir fuhren Richtung Paulers-Gass.

Als wir beim Paulers-Wirtshaus vorbei fuhren, waren etliche Leute drin. Sie lachten raus und wir lachten zurück - ohne zu ahnen was uns bevorstand.

Zwischen zehn und elf Uhr waren wir daheim und ich sagte zu Konrad: 'Ich muss mein Sucherl einfach noch einmal anschauen. Ich geh zum Saustall'. Der Riegel war zu wie immer. Ich machte auf. O Schreck - kein Sucherl, kein Schwein, der Stall war leer!

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