Erst haben die Bürger das Wort

Lokales
Hahnbach
27.02.2015
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Zwei große Photovoltaikanlagen sollen in Ursulapoppenricht und Mimbach entlang der Bahnlinie von Amberg nach Schnaittenbach entstehen. Der Marktgemeinderat stellte die Signale dafür aber noch nicht auf Grün.

Ohne vorherige Bürgerversammlungen wird keine Entscheidung getroffen: Das ist das Ergebnis eines Ortstermins in Zusammenhang mit diesem Projekt. Ein Projektentwickler und Betreiber von Windenergie- und Photovoltaikanlagen aus Kulmbach ist auf den Markt Hahnbach zugekommen. Er will hier zwei Solarparks errichten. Zielgröße ist eine Leistung von jeweils etwa zehn Megawattpeak.

Mit lokaler Beteiligung

Als Standorte hat das Unternehmen den Bereich südlich der Ursulapoppenrichter Bahnsiedlung mit einer Größe von etwa 16 Hektar und das Gebenbachtal südwestlich von Mimbach ins Auge gefasst. Hier würden in einer Kernplanungs- und einer Erweiterungszone sogar 33 Hektar infrage kommen.

Insgesamt hätte diese Anlage beim Mimbach eine Länge von etwa 1,5 Kilometern im Abstand von 110 Metern links und rechts der Bahnlinie Amberg-Schnaittenbach, die sich durch das Gebenbachtal zieht. Es wird eine lokale Beteiligungsmöglichkeit von 20 Prozent der Investitionssumme in Aussicht gestellt.

Der Hahnbacher Marktgemeinderat traf sich nun vor Ort, um sich aus mehreren Blickwinkeln ein Bild von den Flächen zu machen. Auch die Ortssprecher Thomas Dotzler aus Mimbach und Hans Winkler aus Ursulapoppenricht nahmen zusammen mit vielen interessierten Bürgern aus den beiden Dörfern an diesem Termin teil.

Bürgermeister Bernhard Lindner machte dabei deutlich, dass der Fahrplan des Marktgemeinderats zunächst auf die Klärung der Abgabebereitschaft der betroffenen Eigentümer ziele. Jeder von ihnen müsse für sich entscheiden, ob er sein Grundstück für diese Nutzung zur Verfügung stellen möchte.

Falls die Besitzer geeignete Flächen anbieten, sollen danach in beiden Ortschaften Bürgerversammlungen abgehalten werden, um über die Projekte umfassend zu informieren.

Nicht über Köpfe hinweg

In Mimbach und Mausdorf läuft gerade ein Dorferneuerungs-Verfahren an, in dem sich die Bürger monatelang Gedanken um Stärken und Schwächen ihrer Ortschaften machen. "Dort können wir nicht einfach über die Köpfe hinweg entscheiden", betonte Lindner. Nach diesen Informationsveranstaltungen könne der Investor dann entscheiden, ob er einen Antrag auf Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes beim Markt Hahnbach einreicht.

Bebauungsplan nötig

Nachdem Freiflächenphotovoltaikanlagen im Außenbereich nach den Baugesetzen nicht privilegiert sind, muss dafür ein Sondergebiet per Bebauungsplan ausgewiesen werden. "Diese planungsrechtliche Entscheidung basiert auf der Planungshoheit einer Kommune", informierte der Bürgermeister.
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