Fernwärme mit zwei Gesichtern

Lokales
Hahnbach
28.06.2015
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Beim Fernwärmenetz Kemnath hat die "AOVE-BürgerEnergie eG" einen unerwarteten Zulauf erlebt. Für einige andere Projekte gab es aber schlechte Nachrichten.

Unter dem Leitsatz "Dem Klimawandel interkommunal begegnen" nahmen 39 Mitglieder an der 5. ordentlichen Generalversammlung der "AOVE-BürgerEnergie eG" im Gasthof Ritter teil.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Hans Drexler berichtete von einer konstanten Mitgliederentwicklung der Genossenschaft. Sie zählte zum Jahresende 111 Mitglieder und 258 Geschäftsanteile mit einem gezeichneten Kapital von 516 000 Euro.

Interesse fast verdoppelt

Zu dem im Bau befindlichen Fernwärmenetz Kemnath sagte er, dass die vorgesehene Ausbaulänge von 3500 Meter mit 45 Anschließern und einem Investitionsvolumen von 985 000 Euro im Endausbau erheblich größer sein werde. So sollen nun 5500 Meter mit 81 Anschließern und Gesamtkosten in Höhe von 1 420 000 Euro umgesetzt werden.

Die Mehrkosten begründete Drexler auch mit der Beschaffung eines neuen Heizkessels für Spitzenlast und Notfallversorgung sowie mit dem unvorhergesehenen felsigen Untergrund bei der Verlegung der Rohrleitungen. Derzeit nutzen 56 Abnehmer 28 Prozent der möglichen Anschlussleistung. Ende September soll das Projekt abgeschlossen sein.

Zur Beteiligung an der Bürgerwind Schnaittenbach hieß es, dass die Höhe von 100 000 Euro mit 50 000 Euro aus dem Eigenkapital der Genossenschaft und 50 000 Euro aus einem bis 2027 laufenden Kredit erreicht werde. Die Ausschüttung für 2014 betrug 4000 Euro.

Zu den bisher geplanten Projekten gab es Neuigkeiten:

Solarcarport am Monte Kaolino

Dieses Projekt wird von der Stadt Hirschau umgesetzt.

FernwärmeFreudenberg/Hiltersdorf

Kann wegen der Absage des Wärmelieferanten nicht umgesetzt werden.

Fernwärme Hahnbach/Süd

Hier ist nicht genügend Interesse der Hausbesitzer vorhanden, um das Projekt umzusetzen.

Fernwärme Freihung/Thansüß

Dafür wird erst der Abschluss des Projekts Kemnath abgewartet.

Aufsichtsratsvorsitzender Franz Birkl informierte, neue Projekte sollten erst nach dem Abschluss des Fernwärmenetzes Kemnath angegangen werden. In den Aufsichtsratssitzungen seien vorrangig die Projekte und deren Finanzierung behandelt worden. Die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2014 wies einen Überschuss von 603,79 Euro auf. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrages aus dem Jahr 2013 ergab sich zum 31. Dezember 2014 ein Verlust von 3469,76 Euro. Dieser werde auf die Rechnung für 2015 vorgetragen. Das Ergebnis wurde einstimmig angenommen.

Vorsitzende scheiden aus

Der Schnaittenbacher Bürgermeister Josef Reindl bedankte sich beim Vorstandsvorsitzenden Hans Kummert und vor allem seinem Stellvertreter Hans Drexler für ihren Einsatz. Dadurch habe sich die Genossenschaft Kosten in sechsstelliger Höhe für Projektierung, Bauleitung und mehr gespart. Beide wollen zum 30. Juni aus dem Vorstand ausscheiden. Unabhängig davon werde Drexler das Projekt Fernwärmenetz Kemnath bis zum Abschluss begleiten.

In der turnusmäßigen Neuwahl von drei Aufsichtsratsmitgliedern wurden Gerald Schüller (Gemeinde Hahnbach), Sabine Herger (Gemeinde Edelsfeld) und Klaus Siegert (Gemeinde Freihung) wiedergewählt.
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