Koreaner lieben Alphorn

Koreanische Spezialitäten bereiteten die Hahnbacher Marktbläser in einheitlicher Kleidung zu. Bilder: hfz (2)
Lokales
Hahnbach
06.10.2014
2
0

Der Jodler Seo Jung Yul, der in der Stadt Jangheung das Kufstein-Lied zum Besten gab, war eine Überraschung der Reise. Doch die Hahnbacher Marktbläser erlebten in Südkorea noch viel mehr Aufregendes.

Als gastfreundliches Land präsentierte sich Südkorea den Marktbläsern. Auf Einladung des Chors "Varioso" der internationalen katholischen Kirche von Seoul wagten 26 Oberpfälzer die Reise nach Asien. Bei den Auftritten war die Herzenswärme und Begeisterungsfähigkeit des Publikums deutlich zu spüren. Für einen Gegenbesuch einer traditionellen koreanischen Musikgruppe sind erste Weichen gestellt.

Bestens gerüstet, mit Instrumenten vom Alphorn bis zur Quetschn, Dirndl und Lederhose, traten die Marktbläser mit Gastmusikern die Reise an. Von den drei Reiseleitern Soonae, Son Chang und Song Won erhielten sie Infos zur Metropole Seoul mit ihren zwölf Millionen Einwohnern.

Der erste musikalische Auftrag war die Gestaltung des Gottesdienstes der deutschen katholischen Gemeinde. Auch das Grillfest der internationalen Kirche umrahmten die Marktbläser. Spätestens zum Abba-Medley oder dem "Gangam-Style" legten die Gäste eine flotte Sohle aufs Parkett. Der Besuch eines "Miso-Theaters", eine Art koreanisches Musical, oder die Kochshow "Nanta" waren abends im Angebot.

Für die Kinder an der Deutschen Schule Seoul gestalteten einige Hahnbacher kurzweiligen Unterricht. Königspalast und Volkskundemuseum waren ebenso Ausflugsziele wie eine Schifffahrt auf dem Han-Fluss. Bei der Tagesfahrt an die Grenze zu Nordkorea wurde man an die Mauer erinnert, die Deutschland trennte. Dazu passte das Stück "Chattanooga Choo Choo" (Melodie von "Sonderzug nach Pankow"/Udo Lindenberg), das die Musiker in der "King-Kong-Halle" im Stadtteil Gangnam spielten. Im Wechsel mit Beiträgen des Chors "Varioso" sorgten sie für Begeisterung. Besonders gut gefielen die Stücke, die Matthias Fenk und Benno Englhart auf dem Alphorn intonierten. Bei der "After-Show-Party" fand oberpfälzisch-koreanischer Kulturaustausch im Bereich Karaoke, Landler-Tanzen und Sternpolka statt. Als ungewöhnlich textsicher erwiesen sich die Koreaner bei deutschen Volksliedern.

Die Musiker besichtigten ferner Samsung-City, ein Käsedorf, eine Vulkanhöhle, ein Keramikmuseum, eine Teeplantage und Fischmärkte. Sie unternahmen eine Radtour und bereiteten koreanische Speisen zu. Vor internationalem Publikum durften sie die Eröffnungsfeier des größten Taekwondo-Centers der Welt musikalisch umrahmen.

Eine weitere Überraschung bot die kurzfristige Anfrage der Mönche des buddhistischen Tempels Mingwhasan zur Gestaltung eines Konzerts im Tempelhof. Dort trafen die Musiker auf ein großes, dankbares Publikum. Die koreanische Gruppe "Pilbong" zeigte Tanz, Pantomime und schwungvolle Percussion, während die Hahnbacher mit Blasmusik begeisterten. Freundlichkeit und Offenheit der Koreaner, weitläufige Strände, Berge und mildes Klima hinterließen so nachhaltig Eindruck, dass manchem die Heimreise schwerfiel.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.