Wenn heute die Festwoche auf dem Frohnberg beginnt, dann gehen auch viele Pilger in die Wallfahrtskirche. Dort ist die Aufnahme Mariens in den Himmel zu sehen - diese Szenen sind vielen Gläubigen vertraut.
Aus dem Leben dreier Märtyrerinnen

Mit einem Kelch in der Hand ist die Heilige Barbara als Statue am Wendelinaltar zu sehen. Bild: mma
Lokales
Hahnbach
08.08.2015
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(mma) Drei weitere Frauen sind sicherlich viel unbekannter. In den Auszugsbildern der Seitenaltäre finden sich zwei Heilige: links Agatha und rechts Appolonia. Die dritte, die Heilige Barbara, hält einen Kelch und eine Hostie in der Hand.

Auf glühenden Scherben

Die heilige Agatha von Catania auf Sizilien am linken Florian-Altar zeigt sie mit zwei Brüsten in einer Schale und einem Palmzweig, dem Attribut ihres Martyriums. Die Jungfrau war wahrscheinlich während der Christenverfolgung von Kaisers Decius zwischen 249 und 151 verstorben. Der Überlieferung nach hatte die Tochter wohlhabender Eltern den Heiratsantrag des heidnischen Statthalters von Sizilien, Quintianus, abgelehnt. Dieser war darüber so erbost, dass er sie in ein Freudenhaus verschleppen und schänden ließ. Da sie ihn immer noch nicht heiraten wollte, ließ er ihr beide Brüste abschneiden. Sie starb, als sie auf glühende Scherben und Kohlen gelegt wurde. Agathe ist in der Kathedrale von Catania begraben. Sie ist Schutzpatronin ihrer Stadt, der Malteser, der Armen und Hirtinnen, der Glocken- und Erzgießer, der Weber sowie der Goldschmiede.

Die Jungfrau oberhalb des Heiligen Wendelin am rechten Seitenaltar ist Appolonia. In ihrer rechten Hand hält sie eine Zange, in der linken die Märtyrerpalme. Apollonia von Alexandrien lebte wahrscheinlich im dritten Jahrhundert in Ägypten. Unter Kaiser Philippus Arabs soll sie den Märtyrertod gestorben sein.

Sie wurde im Zuge der Christenverfolgung verschleppt, ihr wurden mit einer Zange alle Zähne ausgerissen. Sollte sie ihren Glauben nicht verleugnen, werde man sie verbrennen, drohte man ihr. Daraufhin soll sie laut betend in den brennenden Scheiterhaufen gesprungen sein. Die Körner der Pfingstrose reihte man früher häufig in Ketten auf und gab diese "Appoloniakörner" zahnenden Kleinkindern zum Kauen. Vertrauter ist wohl den meisten die Heilige Barbara, deren geschnitzte Figur sich am Wendelinaltar befindet. Sie wurde unter der Regentschaft von Kaiser Maximinus Daia im Jahre 306 von ihrem Vater ermordet.

Symbol für neues Leben

Sie hatte abgelehnt, mit einem heidnischen Jüngling vom kaiserlichen Hof verheiratet zu werden, und wurde in einem Turm gesperrt. Als sie als Zeichen ihres Glaubens an die Heilige Dreifaltigkeit ein drittes Fenster in ihr Gefängnis hauen ließ, wurde sie gefoltert. Ihr eigener Vater enthauptete sie. Dabei traf ihn ein Blitz, woraufhin er verbrannte. Barbara ist die Schutzpatronin der Sterbenden, der Bergleute, der Architekten, der Zimmerleute und der Elektriker. Zu ihrem Gedenktag (4. Dezember) ist es Brauch, Kirschzweige abzuschneiden und ins Wasser zu stellen - an Weihnachten blühen diese dann als Zeichen des neuen Leben.
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