Wie der Knoten wieder rausgeht

Im Familiengottesdienst stellten Kinder szenisch dar, mit welchen "Alltagsknoten" sich Menschen herumschlagen müssen. Bild: mma
Lokales
Hahnbach
10.08.2015
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Umgekehrt proportional zur Entfernung vom Frohnberg waren die Zahlen der Pilger am ersten Bergfestsonntag. So kamen die Vilsecker mit fast 100 rüstigen und jungen Betern die 14 Kilometer zum Frohnberg, die Iberinger mit fast 40 und die Süßer mit knapp 30 Gläubigen.

Schon um 4.30 Uhr waren die Wallfahrer in Vilseck aufgebrochen, um bereits vor der Frühmesse um 8.30 Uhr mit dem Lied "Kennt ihr das Bild" in die Kirche einzuziehen. Um 8 Uhr hatten sich die Pilger in Iber auf den Weg gemacht. In Dürnsricht, Pickenricht und Luppersricht kamen immer mehr Mitbeter dazu. Zum fünften Mal waren die Süßer Wallfahrer unterwegs. Sie sind stolz auf ihr eigenes Wallfahrerkreuz, das sie noch viele weitere Jahre auf den "heiligen Berg" ihrer Pfarrgemeinde tragen wollen.

Den Familiengottesdienst um 10 Uhr umrahmte die 15-köpfige Singgemeinschaft St. Jakobus unter Kurt Lehnerer mit den drei Klarinettistinnen Stefanie und Julia Schuster sowie Irene Klier und Christof Weiß am E-Piano und der Orgel überzeugend harmonisch.

"Die Familie als Hauskirche" war Thema der Eucharistiefeier. Kinder trugen Texte vor und spielten Szenen zu "Knoten verursachen und Knoten lösen". Pfarrer Dr. Christian Schulz erklärte, dass manche Knoten durch ein "Nicht-nachgeben-Wollen" immer fester würden und sich oft nur durch Entschuldigungen lösten.

Kirche sei nicht in erster Linie ein Gebäude oder der Gottesdienst, sondern "Kirche findet in der Familie statt", betonte der Geistliche. Da man sich seine Familie nicht aussuchen könne, sei man oft "auf Gedeih und Verderb" aneinander gebunden. Viele ideelle Bausteine bildeten die Hauskirche; das Miteinander sollte zeigen, "dass Jesus da ist".

Wenn Kinder ihre Eltern beten sehen, begriffen sie, dass über diesen noch jemand sei und auch diese sich verantworten müssten. "An den Eltern lesen Kinder ab, was es heißt, Christ zu sein", sagte der Seelsorger. Leben solle man "im Geist der Vergebung" und würde man, wie Jesus es gefordert hat, so wie er bis zum Tod (und noch im Sterben am Kreuz) unbegrenzt und immer wieder vergeben, könne die Familie echte Hauskirche sein.

Jesu Worte "Du bist mein Kind, ich lass dich nicht fallen" würden zum "Schöpfen aus der Quelle Jesu" und trügen auch durch manches "Auf und Nieder". Wie Maria, "die Knotenlöserin", richte man sein Leben an Gott aus. Und im Bemühen darum bleibe man auf dem rechten Weg. "Jesus wird dann alles gut machen, darauf dürfen wir uns verlassen", schloss der Pfarrer.
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