Als Musiker beim Frohnbergfest
Die Einsamkeit an der Orgel

Begeistert, doch auch einsam an der Orgel ist Wolfgang Rau. Bild: mma
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Hahnbach
20.08.2016
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"Einsam ist es da oben in der Kirche schon ein wenig", sagt der Hahnbacher Organist, Studienrat Wolfgang Rau. Zur Frohnbergfestzeit wechselt er sich mit Renate Werner an der Binder- und Siemann-Orgel ab.

(mma) Dieser Dienst begeistert ihn - er sei aber durchaus auch "a weng stressig", verrät Rau: Grund dafür ist, dass "die Orgel fehleranfällig" sei. Andererseits könne man diese selbst bei Stromausfall noch immer spielen: Man kann das Instrument mit einem mechanischen Blasebalg bedienen, was laut Rau allerdings eine gute körperliche Konstitution erfordert. 14 verschiedene Liedzettel hat Pfarrer Dr. Christian Schulz fürs Bergfest erstellt. Die mussten natürlich fleißig geübt werden. Dazu kommen die freien Stücke, die beim Ein- und Auszug und zur Kommunion zu hören sind. Auch galt es, manche Psalmen zu harmonisieren. Insgesamt doch ein recht großer Aufwand, an dem der Junggeselle schon fast seit Ostern gearbeitet hat.

Gut, dass der Sprecher des Pfarrgemeinderats, Markus Hubmann, eine Videokamera installiert habe, betont der Gymnasiallehrer für Griechisch, Latein und Englisch. So wird das Geschehen von der Altarinsel im Freien auf die Empore in der Wallfahrtskirche übertragen. Das schwierige Erraten des Fortschritts der Eucharistie entfalle damit. "Was aber die Chöre, die ohne Mikrofon auftreten, singen, kann man nicht verstehen - nur eben, dass gerade gesungen wird", bedauert der Organist.

Was braucht er sonst noch fürs Frohnbergfest? "Spitze Schuhe mit einer dünnen Ledersohle" für den Spieltisch, sagt Rau lachend - "und einen 30-minütigen Anmarsch von zu Hause aus".

Endspurt auf dem Frohnberg"Barmherzig wie der Vater", ein Zitat aus dem Lukas-Evangelium, ist heuer Thema der Frohnbergfestwoche. Es wurde bislang in 18 Gottesdiensten aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Der Barmherzigkeits-Rosenkranz wurde täglich um 12 Uhr gebetet - und hat viele Freunde gefunden.

Heute ist der vorletzte Frohnbergfest-Tag. Pfarrer Dr. Christian Schulz predigt bei den Gottesdiensten: Um 8 Uhr zum Thema "Seid barmherzig, wie es auch euer Vater im Himmel ist" und um 18 Uhr über "Jesus spricht: Was ihr einem der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan".

Morgen endet die Festwoche: Um 8.30 Uhr fragt Dr. Schulz "Wer ist mein Nächster?", um 10 Uhr zelebriert der Hahnbacher Ruhestandsgeistliche Hans Peter Heindl die Messe, Diakon Dieter Gerstacker spricht über "Das Ziel der Sendung Jesu". Die Singgemeinschaft St. Jakobus hat ihren zweiten Auftritt.

Abends umrahmen die Hahnbacher Marktbläser den Pontifikalgottesdienst mit dem Regensburger Weihbischof Dr. Josef Graf. Sein Thema: "In Jesus kommt die erbarmende Liebe Gottes zu mir - hier und jetzt."

Mit dem bischöflichen Segen endet das Fest. (mma)


Was aber die Chöre, die ohne Mikrofon auftreten, singen, kann man nicht verstehen - nur eben, dass gerade gesungen wird.Organist Wolfgang Rau
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