Baumkrankheit greift um sich
Ein Pilz lässt Eschen sterben

Uwe Gmach von der WBV Sulzbach-Rosenberg und Förster Stefan Binner (von rechts) erklärten die Erkrankung der Eschen und die Vorteile sogenannter Wuchshüllen. Bild: ibj
Vermischtes
Hahnbach
24.08.2016
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Schäden deutlich erkennbarIm Beispielbestand in Kainsricht konnten die Fortbildungs-Teilnehmer die bereits abgestorbenen Teile der Baumkronen deutlich erkennen. Die Waldbesitzer stellten 2013 erstmals Schäden durch das Eschentriebsterben fest.

Nach Beratung durch den staatlichen Förster entnahmen sie im Folgejahr stark befallene Bäume. In den entstandenen Lücken pflanzten sie mit Bergahorn und Weißtanne zwei neue Arten als Ersatz. Um den jungen Bäumchen das Anwachsen zu erleichtern, wurden sogenannte Wuchshüllen verwendet, deren Vor- und Nachteile die Teilnehmer rege diskutierten. Sie konnten sich auch über die Kosten der Pflanzung und über staatliche Fördermöglichkeiten informieren.

Uwe Gmach von der Waldbauernvereinigung (WBV) Sulzbach-Rosenberg erläuterte die Verwendungsmöglichkeiten der Eschen als Nutzholz. Dieses eigne sich aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften auch für hochwertigen Möbelbau.

Er machte aber auch deutlich, dass aufgrund des durch die Krankheit verursachte Überschusses an Eschenholz das Preisniveau eher niedrig sei. (ibj)

Waldbau mit der Esche, ist das noch möglich? Diese durchaus ernst gemeinte Eingangsfrage stellte der für das Forstrevier Hahnbach zuständige staatliche Förster Stefan Binner den Teilnehmern einer Fortbildung der Bayerischen Forstverwaltung in einem Laubwald bei Kainsricht.

Kainsricht. (ibj) Als wärmebedürftige, wirtschaftlich und ökologisch bedeutsame Edelbaumart sei die Esche im Hinblick auf die Klimaerwärmung für den Aufbau widerstandsfähiger Mischwälder besonders geeignet, unterstrich Binner. Jedoch werde die Entwicklung und Verbreitung dieser Baumart seit einigen Jahren europaweit massiv durch das Eschentriebsterben gefährdet.

Auch in Bayern wurde die Krankheit 2008 nachgewiesen. Wissenschaftler schätzen, dass mittlerweile 80 Prozent der Eschen davon befallen sind. Wie ernst die Lage ist, zeigt laut Binner, dass gut die Hälfte der 30 Teilnehmer angaben, bereits befallene Bäume auf ihren eigenen Waldflächen zu haben

Stefan Binner erklärte an mitgebrachten Eschentrieben den Verlauf der Krankheit: Sie beginnt mit Flecken und welken Blättern in den Sommermonaten und endet mit dem Absterben ganzer Triebe innerhalb eines Jahres. Ein Pilz, das sogenannte falsche weiße Stengelbecherchen, zerstört die Wasserleitungsbahnen in den Zweigen. Er kann so auch alte, mächtige Bäume innerhalb weniger Jahre absterben lassen.

Die Krankheit tritt laut Binner in allen Altersklassen auf und kann ganze Bestände vernichten. Einziger Lichtblick sei derzeit, dass ein geringer Prozentsatz der Eschen offensichtlich resistent gegen den Pilz sei. Da sich seine Sporen über die Luft verteilen und damit große Entfernungen überbrücken können, sei eine aktive Bekämpfung nicht möglich.

Rechtzeitig handelnBeim Eschentriebsterben ist es nach den Worten von Förster Stefan Binner sehr wichtig, rechtzeitig zu handeln. Befallene Bestände sollten deshalb regelmäßig begutachtet und durchforstet werden. Auf diese Weise könnten Waldbesitzer resistente Bäume fördern und dort, wo es notwendig ist, neue Arten einbringen. Die staatliche Forstverwaltung und die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse unterstützten sie dabei. (ibj)
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