Tipps von Wildkräuterführerin Adolfine Nitschke
Nach dem Frühjahrsputz räuchern

Adolfine Nitschke (rechts) begeisterte ihre Zuhörer mit viel Wissen ums Räuchern mit heimischen Kräutern. Bild: mma
Vermischtes
Hahnbach
01.04.2016
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Zum Räuchern mit heimischen Kräutern war auf Einladung der AOVE Wildkräuterführerin Adolfine Nitschke in den Gasthof Ritter gekommen. "Ein Tag ohne Dufterlebnis ist ein verlorener Tag", zitierte sie vor vielen Zuhörern ein ägyptisches Sprichwort.

Schon die Menschen in ihren Höhlen hätten die Heilkraft des Räucherns erlebt, meinte Nitschke. Von einheimischen Kräutern bis hin zu den teuren Waren wie Weihrauch und Myrrhe aus dem Oman reichte bald das Spektrum der durch Glut transformierten Wirkstoffe. Ihre Verwendung fanden sie bei Reinigungs-, Heilungs-, Abwehr- und Liebesritualen und auch regelmäßig bei Festen im Jahreskreis.

Vieles sei inzwischen verloren gegangen, bedauerte Nitschke. Ein letzter bekannter Rest sei oft nur noch das Drei-Königs-Räuchern an Epiphanie. Schön sei es, dass das Interesse nun wieder steige, freute sich Nitschke. Allergiker, Schwangere, Säuglinge sollten aber davon Abstand nehmen, mahnte sie.

Zum Sammeln der Räucherstoffe empfahl sie einen Korb oder eine Stofftasche - und "je sauberer die Umgebung, desto besser". Dabei sollte man nie mehr als ein Drittel der gefundenen Pflanzen nehmen und zwar möglichst am späten Vormittag. Nur die mediterranen Kräuter seien an einem heißen Mittag am wirkkräftigsten. Bei zunehmendem Mond sollte man die oberen Teile, bei abnehmendem die unter der Erde liegenden holen, und das am besten im Frühling oder im Herbst.

Die einzelnen Heilkräuter zeigte die Fachfrau teils in getrockneter Form zum "Begreifen" und auch in Bildern. Vieles erfuhr man so über die Wirkungen von Beifuß, Salbei, Thymian, Wacholder, Johanniskraut, Alantwurzel und Fichtenharz. Bei Übergängen oder einem Neubeginn empfahl sie Mädesüß, Frauenmantel, Holunder, Weißdorn, Eisenkraut, Engelwurz, Mistel, Schafgarbe und Lorbeer. Zur Meditation eigne sich eine Mischung aus Weihrauch und Myrrhe, aber auch Minze oder die Wurzeln von Galgant und Kalmus. Für den Liebeszauber empfahl sie Blütenblätter der Damaszenerrose, Myrrhe, Rosmarin, Lavendel, Myrte und in geringer Dosis auch den Baldrian.

Abschließend riet Nitschke zu einem Ritual nach dem Frühjahrsputz: Das Räuchern aller Zimmer und Ecken sollte im Herrgottswinkel oder bei der Ahnengalerie beginnen und mit positiven Sätzen oder dem Beten des Rosenkranzes begleitet werden. Es sei auch gut, es mit einem Fest zu beenden, dann komme "alles Glück ins Haus, Unglück hinaus".
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