Führung auf dem geologischen Lehrpfad rund um die Rödlaser Berghütte
Besonders harte Mühlsteine

Die beiden Geopark-Rangerinnen Margit Hofmann (links) und Cäcilia Kastl-Meier zeigten anschaulich die Besonderheiten der Gesteinsschichten in der Freihunger Störungszone auf. Bild: fdl
Freizeit
Hirschau
08.10.2016
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Die Geologie des Bruchschollenlandes hat die Geschichte der Menschen in der Oberpfalz über Jahrhunderte beeinflusst. Das zeigt der vom Oberpfälzer Waldverein (OWV) Massenricht initiierte geologische Lehrpfad rund um die Rödlaser Berghütte.

Massenricht. Rund 30 Personen trotzten dem schlechten Wetter. Unter dem Motto "Aufgeschoben ist manchmal doch aufgehoben - Entdeckungen im Bruchschollenland" machten sie sich mit den Geopark-Rangerinnen Margit Hofmann und Cäcilia Kastl-Meier sowie Josef Kohl vom OWV Massenricht, auf den 4,5 Kilometer langen Rundkurs.

Die Mitarbeiterinnen des Geoparks Bayern-Böhmen zeigten sehr anschaulich die Vielfalt der Gesteinsschichten in der Freihunger Störungszone auf engstem Raum. Blei, Kaolin, Mergel und Eisenerze gibt es hier. Deshalb wurde das Gebiet mit über 200 Hammerwerken zur Eisenverarbeitung auch das Ruhrgebiet des Mittelalters genannt.

Josef Kohl veranschaulichte, dass die Vils in früheren Jahrhunderten bei Massenricht entsprungen ist und erst seit der Trockenlegung dieses Sumpfgebiets in Kleinschönbrunn aus der Erde kommt. Wegen der Bodenschätze führten auch wichtige Handelswege durch das Gebiet. Die Bernstein- und die Goldene Straße kreuzten sich hier. Diese zu Beginn kleinen Pfade wurden erst mit dem Transport durch Esel und Pferde breiter.

Auf diesen Trassen transportierte man auch die schweren Mühlsteine, die hier aus einem der größten Steinbrüche der Gegend über 200 Jahre lang gebrochen wurden, in alle Länder. Diese waren gefragt, weil sie sehr hart waren. Der tiefer liegende Quarz hatte sich im Bereich der Bruchschollenzone mit dem höher liegenden Sandstein verbunden.

Das Führungs-Trio verstand es, den Besuchern geologisches und historisches Wissen anschaulich zu vermitteln und die dreieinhalbstündig Tour interessant zu gestalten.
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