Traktor-Piloten aus Hirschau und Freudenberg bei der Bulldog-WM
Am Großglockner getuckert

Ziemlich geschafft und vor allem patschnass kamen Helmut Kuhr und Markus Kiener im Ziel an, das wegen der miserablen Wetterbedingungen nicht am Fuschertörl, sondern bereits auf 1850 Meter Höhe erreicht war.
Freizeit
Hirschau
23.09.2016
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Einen international erfolgreichen Ski-Langläufer wie Uwe Bellmann konnte das Wetter nicht schrecken. Ihn zieht es nächstes Jahr wieder zur Traktor-WM zum Großglockner. Bilder: u (2)

Mit dem Weltmeistertitel wurde es nichts für Helmut Kuhr und seinen Co-Piloten Markus Kiener bei der Traktor-Weltmeisterschaft am Großglockner (wir berichteten). Beide hielten es mit dem olympischen Wahlspruch "Dabei sein ist alles" und belegten am Ende Platz 215 unter über 500 Teilnehmern aus zehn Nationen.

Dieses Schicksal teilte Kuhr mit zwei weiteren Oldtimer-Traktor-Piloten aus der Region. Auch die beiden Ehenfelder Reinhard Dorner und Uwe Bellmann starteten bei dem Event in Bruck und Fusch. Ersterer mit einem 66 Jahre alten Deutz F1/514. Letzterer mit einem MAN 2F1 Baujahr 1959. Reinhard Dorner hat sein Faible für alte Bulldogs mit seinem bereits verstorbenen Bruder Günther geteilt. Dieser war es auch, der Uwe Bellmann animierte, die Langlauf-Ski ab und zu mit einem alten Dieselross zu tauschen. Günther und Reinhard Dorner halfen ihm tatkräftig beim Restaurieren des Traktors, den er sich Anfang Juni 2015 gekauft hatte.

Im Gegensatz zu Helmut Kuhr, der schon 2013 teilgenommen hatte, war es für die zwei Ehenfelder eine Premiere. Sie hatten ihre Schlepper bereits am Donnerstag auf den Anhänger gepackt und nach Bruck chauffiert, Kuhr war erst am Freitag, dem ersten Wettkampftag, mit seinem 55 Jahre alten, 35 PS starken MAN 4P1 angereist.

Um 5,38 Sekunden verfehlt


Am ersten Tag herrschte bei den Freaks eitel Sonnenschein - im Wortsinn. Bei angenehmen Temperaturen lachte die Sonne vom Himmel, als man in Bruck zur Gleichmäßigkeitswertung die sechs Kilometer nach Fusch lostuckerte. Für Bellmann lief es ausgezeichnet. Er lag nur 5,38 Sekunden über der Sollzeit von 27.54,42 Minuten, die man bei einer Sollgeschwindigkeit von 12,9 km/h erreicht hätte. Damit fand er sich auf Platz 30. Reinhard Dorner verfehlte die Sollzeit um 20,41 Sekunden, Helmut Kuhr um 30,89 Sekunden.

Ganz anders sahen die Bedingungen am Samstag aus, an dem es von der auf 1115 Metern Höhe gelegenen Kassenstelle Ferleiten aus hinauf gehen sollte zum Fuschertörl auf 2245 Meter. Daraus wurde nichts. Dauerregen und der am Fuschertörl liegende Schneematsch veranlassten die Veranstalter, die Strecke aus Sicherheitsgründen zu verkürzen. Das Ziel lag nun auf 1850 Metern. Getreu dem Motto "Es gibt kein schlechtes Wetter, höchstens schlechte Kleidung" machten sich die Traktor-Freaks auf die Strecke, auch die drei Hirschauer. Dem Trecker-Trio aus der Kaolinstadt war das Glück nicht sonderlich hold. Dorner lag 1.30,41 Minuten über der Sollzeit, Bellmann 1,59,99 und Kuhr 2.26,21 Minuten. In der WM-Gesamtwertung bedeutete dies für Dorner Platz 106 (1.50,82 Minuten über Soll), für Bellmann Platz 131 (2.05,37 über Soll)und Rang 215 für Kuhr (2.57,10 über Soll). Nach Fahrtende gab die Straßenmeisterei die Strecke bis zum Fuschertörl für Privatfahrten frei. Der "patschnasse" Kuhr machte davon Gebrauch. Anders Dorner und Bellmann. Sie rollten hoch bis zum Plateau. Viel sehen konnten sie nicht, weil ihnen Regen und Nebel die Sicht versperrten.

Hinauf bis zum Fuschertörl wagten es mit Wolfgang Völkl sen., Wolfgang Völkl jun., Christian Obermeier und Rais Obermeier auch vier Oberlandler aus der Gemeinde Freudenberg. Das Quartett hatte allerdings nicht an den WM-Fahrten teilgenommen. Sie waren einfach zum Spaß mit dabei, weil dort "nur Gleichgesinnte und super freundliche Leute unterwegs sind", wie Völkl sen. sagt. Darum war er bereits zum fünften Mal beim Traktor-Spektakel am Großglockner, sein Sohn Wolfgang schon als 16-Jähriger mit seinem selbst restaurierten Hanomag, Baujahr 1963.

Er überzeugte dieses Mal seinen Freund Christian zum Mitmachen. Er wurde erst eine Woche vor der WM mit dem Restaurieren seines Fendt Fix1 fertig. Für die Oberlandler steht fest, dass sie 2017 wieder mit von der Partie sein werden. Ähnlich äußerten sich auch Bellmann und Dorner.
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