Ausstellung "Männerpower" eröffnet im Schlosstreff
Werke mit Gewicht und Größe

Männerpower-Künstler zeigen ihre Werke (von links): Erhard Cramer, Hausherrin Johanna Erras-Dorfner, Jürgen Hartmann, Kabarettist Christian Gnerlich und Franz Nübler. Im Hintergrund zu sehen ist die Skulptur "Der Blick ins Paradies". Bild: vt
Kultur
Hirschau
15.04.2016
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Männerpower ist das neue Thema der Ausstellung im Schlosstreff. Dies ist bereits die fünfte Schau, die Johanna Erras-Dorfner dort präsentiert. Drei Künstler, Franz Nübler (Ursensollen), Erhard Cramer (Amberg) und Jürgen Hartmann (Hirschau), haben sich zusammengetan, um mit ihren Werken zu zeigen, was sie unter dem Motto verstehen.

Spontan sorgte bei der Eröffnung Christian Gnerlich mit Kostproben aus seinem bayerischem Musikkabarett für aufgelockerte Unterhaltung. Dank galt Jürgen Hartmann, ohne seine Hilfe wäre so eine Ausstellung nicht möglich.

Die Ausstellung Männerpower soll die Antwort auf Frauenpower sein. Männer besitzen viel Kraft, Energie und Leidenschaft und gestalten so ihre Objekte. Man bemerkte spätestens beim Anliefern der Kunstwerke, dass ohne Kraft nichts geht. Ein Lkw und entsprechend viel Muskelkraft waren nötig, um die Skulpturen zu bewegen. Denn diese Ausstellung hat viel Gewicht, sind sich die Künstler einig. Das Bronzerelief von Erhard Cramer wiegt 80, und die Baumskulpturen von Franz Nübler bringen gar 400 Kilo zusammen. Nübler ist gebürtiger Traßlberger und hat seit 2014 die Engel-Werkstatt in Ursensollen. Er gestaltet mit Ausdauer, Geduld und Eingebung aus Baumstämmen faszinierende Kunstobjekte mit tiefgründigen Gedanken, begeisternder Ausstrahlung und enormer Größe. Seine Werke sind bis über zwei Meter groß. Alles regt zum Nachdenken an. Seine Holzschnitzer-Karriere begann er 2004, als er Engelsfiguren aus Lärchenstämmen gestaltete. Als er sich 2011 auf den Jakobsweg machte, hatte sich sein ganzes Leben geändert. Mit Kreativität und Kunst konnte er seinen Frieden finden. "Man sollte seinen rechten Weg selbst einschlagen", so seine Botschaft. Die Kunstobjekte "Der rechte Weg" oder "Blick ins Paradies" zeigen diese Einstellung und ziehen Betrachter in ihren Bann.

Ton und Bronze


Erhard Cramer, gelernter Werkzeugmacher und Zahntechniker, ist vielseitig. Bereits mit vier Jahren hatte er durch seine Oma Spaß am Zeichnen gefunden. Er drechselt, gestaltet Porzellan und Keramik, modelliert in Ton und gießt in Bronze. Sein Hauptwerk ist das Bronzerelief "Der zwölfjährige Jesus im Tempel", das auch berührt werden soll. Der Beweggrund für dieses Opus ist beeindruckend. Dreidimensionales Sehen und freies Gestalten ist sein Talent. Cramer stellt Kinderporträts im Relief als Anhänger her, modelliert sowohl Kinderköpfe als auch Ofenkacheln und ist begeisterter Fotograf.

Bei Frühjahrsmarkt


Jürgen Hartmann überrascht mit seinem neuen Bilderstil. Tonerde, Buntsandstein und Kaolin finden sich in seinen Werken genauso wie Acryl und Heißkleber. Collagen, Aquarelle und Ölbilder zeigen seine Vielfältigkeit. Er hat schon früher mit Buntsand gearbeitet: Mit Kindern der Volksschule Schnaittenbach hat er eine 21 Meter lange und 2,50 Meter hohe Kunstwand damit gestaltet. Mit Materialien zu spielen, Ausflüge ins Dreidimensionale und von gegenständlich bis abstrakt sich zu verwirklichen, das ist seine Leidenschaft. Dies wird in seinem neuen Zyklus mit fast 20 Bildern deutlich. Besonders gelungen ist das Bild des Monte Kaolino und die Mohnblüten.

Die Ausstellung ist zu sehen während der Öffnungszeiten des Schlosstreffs, Hauptstraße 1, von Mittwoch bis Freitag, 9 bis 12 Uhr, Donnerstag zusätzlich 15 bis 20 Uhr. In den Pfingstferien und an Feiertagen ist geschlossen. Beim Frühjahrsmarkt (Samstag, 30. April) sind die Künstler am eigenen Stand anzutreffen und lassen sich dort über die Schulter schauen. Auch im Schlosstreff ist an diesem Tag geöffnet.
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