D’Watzndorfer veranstalten in Hirschau wieder Schlosmusi
Was zum Lachen, was fürs Gemüt

D'Watzndorfer hatten zur Schlosmusi in den Schloss-Keller eingeladen und erheiterten das Publikum mit hintersinnigen Couplets (von links): Richard Falk, Hans Drexler, Georg Kustner und Franz Dolles. Bilder: u (3)
Kultur
Hirschau
26.11.2016
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Stadtheimatpfleger Sepp Strobl strapazierte mit seiner humorvollen Moderation und seinen originellen Geschichten die Lachmuskeln der Besucher.

Wenn D'Watzndorfer zur Schlosmusi einladen und Stadtheimatpfleger Sepp Strobl durch die Veranstaltung führt, dann ist nicht nur beste volkstümliche Musik garantiert. Dann werden auch die Lachmuskeln der Besucher kräftig strapaziert.

D'Watzndorfer, die Lintacher Sänger, die Wernberger Stubnmusi und das Blechbläser-Quintett des Musikzugs warteten mit einem Repertoire ganz nach dem Geschmack des Publikums auf. Sepp Strobl erheiterte die Besucher mit lustigen Geschichten.

Keller ist rappelvoll


Der Schloss-Keller war rappelvoll, als die Musikzug-Blechbläser Jürgen Enderer, Michael Meindl, Florian Kustner, Erik Remhof und Gunther Leipert den Abend mit dem Gamsgebirgmarsch temperamentvoll eröffneten. Überhaupt ließ es das auch als Weisenbläser bekannte Quintett schwungvoll angehen. Das galt für die Fuchsgraben-Polka und "Unterm Säusenstein-Marsch" genauso wie für den französischen Walzer "Petit Déjeuner" und dem "Schönfeldinger" aus Österreich. Mit der Weise "Und a Gams ham's g'schossen" setzte die Gruppe aber auch getragene Akzente. Die bekannte Wernberger Stubnmusi fühlte sich in der Welt von Polka, Walzer und Landler pudelwohl. Ob Faschings- oder Mohrenpolka, Dirndl- oder Pongauer Walzer, Brunnstoi- oder Rosenberg-Landler - jedes Stück des Familien-Trios geriet zu einem Ohrenschmaus.

Den Musikern standen die Gesangsgruppen in keiner Weise nach. Die Watzndorfer Hans Drexler, Georg Kustner und Richard Falk, die Franz Dolles mit seiner Ziehharmonika begleitete, trafen mit ihren hintersinnigen, heiteren Liedern wie der "Schlankheitskur" ins Volle. Die lieben "Vowandten" bekamen ihr Fett genauso ab wie die Bauern und ihre Gewohnheiten bei den "Schleifra-Boum". Und mit ihrem Couplet "Da Zeppelin" empfahlen sie dem Forster Gust, "mit seinem Odlfass das nächste Mal nicht über Hirschau, sondern über Schnoittnboch zu fliegen".

Wildsau als Beifahrer


Moderator Sepp Strobl trug mit seinen Mundartgeschichten das Seine dazu bei, dass es im Schloss-Keller zu keinem Zeitpunkt bierernst wurde. Da erzählte er von der totgefahrenen Wildsau, die der Zöllner beim Grenzübertritt für einen greislich aussehenden Beifahrer im Mords-Mercedes hielt oder von der Wirtin, die dem Pfarrer einen Ehebruch beichtete und diesem später im Gasthaus dankbar kundtat, wie froh sie darüber war, dass sie am Morgen als "erschte glei drokumma is".

Aus der Grabbeigaben-Geschichte konnte man lernen, dass ein Verstorbener im Jenseits weder für einen "Lewakas" noch für Blumen Verwendung hat. Quintessenz des "Äjwatritscha-Stückls" war, dass man sich beim Äjwatritscha-Fangen am Moosweiher auf jeden Fall "wos fangt": "A wenn's koi Äjwatritscha is. Des kannt ja säj, denn döi san rar, nou fangst ganz sicha an Katarrh." Heiterkeit löste auch des "freche Böiwl" aus, das einer alten Frau die Auskunft über den Weg nach Hirschau verweigerte. Ihre Drohung, "du kummst amal niat in Himml", konterte der Bou: "Und du niat af Hirschau."

Die Lintacher Sänger mit Otto Meier (Akkordeon, Harmonika), Hans Schwarz, Fritz Rumpler, Walter Jokiel und Hans Ries erfreuten die Besucher mit bodenständigem Liedgut. Das Gesangs-Quartett glänzte mit harmonischen Vorträgen von "Gröißt eng Gott, löiwe Leit", "Da Summa is umma" und "'s Susserl" und erinnerten mit "Bou, wennst af's 's Fensterln gäihst" an einen guten alten, allerdings längst überholten Brauch. Beim "'s Kerscherl" schwärmten sie von den Augen und Haaren des Mädchens, die so schwarz waren wie die Kirschen. Mit "Leitln, wollt's mei Heimat seng?" sangen sie ein Loblied auf die Region, ehe alle das Schlusslied "A ganze Weil homma heit g'sunga und g'spült" anstimmten.
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