Heimat- und Trachtenverein veranstaltet Wirtshausliedersingen
Zecher sind sehr sangeslustig

Beim Wirtshausliedersingen des Heimat- und Trachtenvereins im Gasthaus Weich wartete die Vollblutmusikerin Saskia Krügelstein (links) mit einem Repertoire an Trink- und Wirtshausliedern sowie Couplets auf, das es in jeder Hinsicht in sich hatte. Bild: u
Kultur
Hirschau
25.10.2016
19
0

"Meine Mutter sagt es mir, ich soll das Wirtshaus meiden", sang Saskia Krügelstein voller Inbrunst beim Wirtshausliedersingen. Der Heimat- und Trachtenverein hatte dazu in das Gasthaus Weich, zum Gschrei, eingeladen.

Ob Vereinsmitglieder oder nicht - sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Die Vollblutmusikerin Saskia Krügelstein wartete mit einem Repertoire an Trink- und Wirtshausliedern sowie Couplets auf, das es in jeder Hinsicht in sich hatte. Die Musik ist der Hirschauerin gleichsam in die Wiege gelegt. Papa Peter Fink, ein gebürtiger Sorghofer, brachte sie schon als Kind zum Trachtenverein Erika in Sorghof, bei dem sie noch immer Mitglied ist. Beim Oberpfälzer Gauverband wurde man schon früh auf Krügelsteins außergewöhnliches Talent aufmerksam. Seit gut 14 Jahren ist sie dort Vorsitzende im Sachausschuss Musik des Gauverbandes, seit geraumer Zeit auch Referentin bei Seminaren des Landesverbandes für Heimatpflege.

Kein Wunder also, dass es ihr blendend gelang, ihr Publikum nicht nur zum Zuhören, sondern zum Mitsingen zu animieren. Vor allem "Der Sperling" hatte es den Gästen angetan. Beim Refrain "Annemarie, Annemarie, so schön wie heut warst du noch nie" gab es kein Halten mehr.

Das Trinklied "Weint mit mir, ihr Wirte und ihr Bräuer, denn das Bier ist schlecht und doch sehr teuer" weckte Verständnis für den Durst eines Einsamen.

Ein Volltreffer war auch das Couplet "Und jetzt gang i ans Peters Brünnele" mit seinem "Holleradihia, hollera Kucku"-Refrain. Für Heiterkeit sorgte das Scherzlied "Es waren einmal zwei Schweine", bei dem man Mitleid bekam, als der gefühllose Metzgermeister "seine Sau, und damit sein höchstes Glück" nahm und "zu Schnitzel, Kotelett und Wurscht" verarbeitete. Nicht weniger Mitleid hatte man mit dem, der im Volkslied "Ich geh in finstrer Nacht", auf dem Heimweg vom Wirtshaus sein vermeintliches Liebesabenteuer mit drei gebrochenen Rippen und einem gebrochenen Bein bezahlte.

Nach so viel musikalischer Gaudi fiel das Singen des Gute-Nacht-Liedes "Schönster Schatz, jetzt muss ich scheiden" fast ein bisschen schwer, erst recht das Heimgehen. Der Schlusssatz "Treue Liebe soll nicht enden" konnte durchaus als Signal verstanden werden, sich bald wieder mit Saskia Krügelstein zum Wirtshausliedersingen zu treffen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.