Hirschauer Kirwa am 3./4. September – Schon viele Aufs und Abs hinter sich
Mit Baum, aber ohne Paare

Gemeinsam haben sie der Hirschauer Kirwa wieder neues Leben eingehaucht. Und gemeinsam laden sie auch heuer am ersten September-Wochenende zur Feier der Kirchweih ein - der Festspielverein, der Musikzug und der Pfarrgemeinderat. Der Kirwabaum wird am Samstag, 3. September, um 17 Uhr im Schlosshof aufgestellt. Bild: u
Kultur
Hirschau
27.08.2016
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Die Hirschauer Kirwa ist eines der Kirchweihfeste, deren Termin historischen Bezug zur tatsächlichen Weihe ihres Gotteshauses hat. Man kennt den genauen Weihetag der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt: der Sonntag vor Mariä Geburt, das am 8. September begangen wird - also der erste Sonntag im September. Laut Chronik wurde die Kirche 1848 unter Leitung von Stadtpfarrer Johann Baptist Kotz grundlegend saniert. Nach 22 Wochen Bauzeit wurde sie am Sonntag vor Mariä Geburt wieder feierlich eingeweiht. Heuer trifft die Kirwa somit auf Sonntag, 4. September.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sie ein Auf und Ab erlebt. In den 1960ern war sie fast in Vergessenheit geraten. 1975 erweckte sie Gastwirt Hans Weich wieder zum Leben. Mehr als zwei Jahrzehnte wurde die Kirwa drei Tage lang im Festzelt des Gschrei-Gartens gefeiert, ab 1980 in Zusammenarbeit mit dem Wenzelkreis. Neben dem Ausrufen eines "Hirschauer Wenzels" fand von 1981 bis 1988 am Kirwamontag das Aussingen statt. Dabei wurden örtliche Begebenheiten von der Feieraoumd-Muse pointenreich derbleckt.

Ab 2000 taten sich Heimat- und Trachtenverein sowie TuS/WE-Fußballer zusammen. Sie organisierten neun Jahre auf dem Ex-WE-Sportplatz eine dreitägige Kirwa. Unter Regie von Bürgermeister Hans Drexler wurde samstags ein Baum aufgestellt, der am Sonntag von den Kirwapaaren ausgetanzt wurde. Mike Klier und Maria Hausmann wurden 2008 zum Oberkirwa-Paar gekürt. Sie haben bis heute keine Nachfolger.

Nur mehr am Sonntag


Ab 2009, als sich Trachtler und Fußballer zurückgezogen hatten, wurde das Fest nur mehr am Sonntag mit Gottesdienst und Frühschoppen im Pfarrheim gefeiert. Diakon Richard Sellmeyer und Musikzug-Chef Werner Stein hatten sich stark gemacht, die Kirwa nicht ganz sterben zu lassen. Vor drei Jahren fanden beide im Festspielverein einen Verbündeten. Diesem ist es zu verdanken, dass der Kirwa neues Leben eingehaucht wurde. Sie wurde wieder zwei Tage gefeiert - erstmals wieder mit Baum. Ausgetanzt wurde und wird dieser mangels Kirwapaaren auch heuer nicht.

Am Wochenende 3./4. September sind Stadtpfarrkirche, Schlosshof und Alte Mälzerei Zentren des Geschehens. Damit die Kirwa gelingt, helfen Festspielverein, Musikzug und Pfarrgemeinderat zusammen. Am Samstag, 3. September, laden sie um 17 Uhr in den Schlosshof zum Baumaufstellen ein. Danach ist Festbetrieb. Dass es zünftig wird, dafür sorgen die zehn Musikanten der Staaleithn-Musi mit Saskia Krügelstein.

Am Sonntag stellen sich die Vereine mit Abordnungen - in Tracht, Uniform oder sonstigem Kirwagwand - um 8.45 Uhr vor der Mälzerei zum Kirchenzug auf, angeführt vom Musikzug. Dieser gestaltet den um 9 Uhr in der Pfarrkirche beginnenden Festgottesdienst mit. Danach geht es unter Klängen des Ensembles zum Frühschoppen (auch mit Musikzug) zur Alten Mälzerei. Ab 14 Uhr Festbetrieb bei Kaffee, Kuchen und Köichln, Grillgerichten und Frischgetränken. Um 16 Uhr wird nochmal der Grill angeschürt. Für alle Fälle wird ein beheizbares Zelt aufgestellt.
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