Hirschauer Musikzug gibt in der ausverkauften Schulturnhalle Konzert
Publikum reißt es aus den Sitzen

Kultur
Hirschau
08.04.2016
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Riesenbeifall erntete das von Sophia Hofmann dirigierte Jugendorchester.

Konzertante Blasmusik vom Allerfeinsten präsentierte der Hirschauer Musikzug in der ausverkauften Schulturnhalle. Die Belohnung: Szenenapplaus und stehende Ovationen des begeisterten Publikums zum Konzertende sowie Komplimente von Moderator Werner Schulz: "Ihr wart Spitze" und von Bürgermeister Hermann Falk: "Ich bin stolz auf euch".

Hirschau. (u) Falk bekräftigte seine Aussage mit der Übergabe eines - wie er es formulierte - "platt gedrückten Ostereis", eines Schecks an den Vorsitzenden Maximilian Stein.

Anspruchsvolle Werke


Dirigentin Annette Pruy-Semsch hatte trotz knapper Vorbereitungszeit anspruchsvolle Werke ausgewählt. Zur Eröffnung präsentierte das 46-köpfige Orchester mit "Enchanted Spaces" ihr Lieblingsstück. Die bezaubernde, die Majestät der Berge und Flüsse des Bundesstaates Iowa beschreibende Komposition von Samuel Hazo wird der Musikzug im April beim Oberstufen-Wertungsspiel in Pettendorf zum Besten geben. Perfekt wechselten sich die mächtigen Klänge der Blech- und der liebliche Charme der Holzbläser ab.

Schon der Titel des nächsten Stückes verriet es: Das "Concerto.blecho.grosso" war eine Herausforderung für die Blechbläser, genauer gesagt das Solistenseptett mit Sophia Hofmann, Jürgen Enderer und Gunther Leipert (alle Trompete), Michael Meindl, Erik Remhof und Matthias Fenk (alle Posaune) sowie Udo Schwendler (Tuba), einem Profi-Musiker aus Fürth, der kurzfristig für den erkrankten Florian Kustner eingesprungen war. Komponist Fritz Neuböck schlug in seinem Werk mit dem Wechsel zwischen traditionell anmutenden Bläserweisen und zeitgemäßen, sehr virtuosen Passagen auf schelmische Art eine Brücke zwischen Tradition und Moderne. Die sieben Solisten präsentierten sich in Top-Form. Sie lebten sich und ihr musikalisches Temperament mit ihren freien Improvisationen voll aus und rissen das Publikum immer wieder zu Szenenapplaus hin.

Mit zwei Stücken entführte das Orchester seine Zuhörer in die Unterwasserwelt. Mit Thomas Asangers "Blue Hole" begab man sich in das tückische und wundersame Unterwasserreich des mystischen Tauchgebiets vor der Küste des mittelamerikanischen Staates Belize. Mit einer sensiblen Darbietung gelang es dem Ensemble, die Faszination und die atemberaubende Schönheit des Naturphänomens miterlebbar zu machen. Vor Energie sprühend ging es mit dem "Little Mermaid Medley" von Alan Menken in die lustige Unterwasserwelt des Disney-Zeichentrickfilms "Arielle, die Meerjungfrau". Die Blechbläser schraubten sich in die Höhe, bevor die Krabbe Sebastian und andere Meeresbewohner ihre lustigen Lieder anstimmten. Abgerundet wurde das von den Flöten eingeleitete Medley durch Arielles einfühlsame Ballade "Part of your World". Nach einem sehnsuchtsvollen Solo des Altsaxofons und einer vom Flötenregister gespielten Passage steigerte sich das Orchester zu einem atemberaubenden Finale.

Eine vor Temperament schäumende Nummer bot der Musikzug mit dem von Naohiro Iwai arrangierten Hit "El Cumbanchero" aus der Feder von Rafael Hernandez Marin. Vor der Pause erklangen noch die Blasmusikweisen "Goldene Kameraden" von James Barnes und der Florentiner Marsch von Julius Fucik. Die nicht enden wollenden Zugabe-Rufe rangen dem Orchester mit der Annen-Polka von Johann Strauß Sohn, "Uptown Girl" von Billy Joel und dem Marsch "Glück auf" drei Stücke ab.

Die Lichter gegen aus


Riesenbeifall erntete auch das 23-köpfige Jugendorchester unter Leitung von Sophia Hofmann, dem die Bühne nach der Pause gehörte. Von Sebastian Dorfner und Jannik Meier locker angekündigt, brachte der Nachwuchs zunächst den Radetzky-Marsch zu Gehör. Damit für die Komposition Skyfall von Adele und Paul Epworth die richtige James-Bond-Atmosphäre herrschte, erloschen in der Halle sämtliche Lichter. Als Zugabe hatten sich Sophia Hofmann und ihre Schützlinge etwas Originelles einfallen lassen. Einige Nachwuchsmusiker schlugen mit bunten Kunststoffrohren auf Körperteile oder Gegenstände und präsentierten so die "Boomwhackers Fiesta" von Ivo Kouwenhoven.
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