Sommerserenade des Gemischten Chors des Gesangvereins 1860 im Schlosshof
Vorn und hinten Zauberflöte

Der von Jana Müller (rechts) dirigierte Gemischte Chor des Gesangvereins 1860 bot bei der Sommerserenade im Schlosshof eine überzeugende Leistung. Bilder: u (2)
Kultur
Hirschau
28.07.2016
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Das Weisenblasen ist eine noch relativ junge Erscheinung in der alpenländischen Musik und dort sehr beliebt. Für eine gelungene Premiere in Hirschau sorgte das Bläserquintett des Musikzugs mit (von rechts) Jürgen Enderer, Gunther Leipert, Michael Meindl, Erik Remhof und Thomas Stark.

Für alle Freunde des Gesangs und der Musik war sie einmal mehr ein eindrucksvolles musikalisches Erlebnis - die Sommerserenade, zu der der Gemischte Chor des Gesangvereins 1860 in den Schlosshof eingeladen hatte.

Neue Mitglieder geworben


Knapp zwei Stunden lang boten die Akteure ihrem Publikum ein gleichermaßen unterhaltsames wie anspruchsvolles Programm. Nach dem Begrüßungslied "Wir grüßen euch alle" aus Mozarts Zauberflöte, hieß der Ehrenvorsitzende Günter Übelacker die Besucher willkommen. Moderator Peter Butschek führte humorvoll durch das Programm. Zu Beginn hatte er Erfreuliches zu vermelden - in den Reihen des Gemischten Chores waren neue Gesichter zu entdecken. Er habe intensiv Werbung gemacht: "Die Hirschauer haben schon die Straßenseite gewechselt, wenn ich ihnen entgegengekommen bin."

Seine A-Capella-Qualitäten bewies der Chor bei der von Lorenz Maierhofer arrangierten Mozart-Komposition "Uns're kleine Nachtmusik". Stefan Friesers "Sing a Song" nutzte Butschek zur weiteren Sängerwerbung und mit dem "Entertainer Rag" drehte man vergnüglich das musikalische Rad an den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück.

Das Weisenblasen ist eine junge Erscheinung in der alpenländischen Musik. Für die Premiere in Hirschau sorgte das Bläserquintett des Musikzugs. Es verbreitete getragene Stimmung mit auf Volksliedern basierenden, von Stefan Neussl arrangierten Stücken. Dagegen regten die bodenständigen, mit teils deftigem Humor gewürzten Beiträge der Watzendorfer Sänger zum Schmunzeln an. Hans Drexler, Georg Kustner und Richard Falk sowie Franz Dolles mit seiner Quetschn erinnerten unter anderem mit dem Lied "Böhmische Musi" daran, wie narrisch einst alle aufs Polkatanzen waren. Mit ihrem Lied "Da Zeppelin" empfahlen sie dem Forster Gust, mit seinem Odlfass das nächste Mal nicht über Hirschau, sondern über Schnoittnboch zu fliegen.

Zwei Eigenkompositionen


Chorleiterin Jana Müller bewies als Sopran-Solistin ihre stimmlichen Qualitäten und Einfühlungsvermögen mit Liebesliedern nach Frederic Chopin und von Robert Stolz. Markus Siegert beeindruckte seine Zuhörer mit zwei Eigenkompositionen, die er selbst mit der Gitarre begleitete. Die Akkorde seiner Stücke "Ruhige Klänge" und "Annäherung an den andalusischen Flamenco" weckten Erinnerungen an den spanischen Gitarristen Paco de Lucia.

Sentimental und nachdenklich stimmten die abschließenden Lieder des Chors. Da die Iren regelmäßig Tränen beim Singen oder Hören ihres Volkslieds "Oh Danny Boy" in den Augen haben, empfahl Peter Butschek dem Publikum, vorsorglich ein Taschentuch bereitzulegen. Gewollt schräg klang der Vortrag von George Gershwins "Somebody loves me", ehe der Chor mit John Rutters "Schau auf die Welt" ein einfühlsam vorgetragenes musikalisches Plädoyer zum Bewahren der Schöpfung darbot.

Mit Mozart hatte der Gemischte Chor die Serenade eröffnet. Nicht weniger anspruchsvoll war der Abschluss mit "Habt Dank für die Stunden" - ebenfalls aus Mozarts "Zauberflöte". Das Publikum quittierte die Darbietungen mit viel Applaus.
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