100 Liter zum Frühstück

Bürgermeister Hermann Falk freut sich, dass der Baum, der zu Weihnachten den Petersplatz in Rom schmücken wird, aus dem Hirschauer Stadtgebiet stammt. Bild: upl
Lokales
Hirschau
05.09.2015
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Der Wald hat in diesem Hitze-Sommer sehr gelitten. Mancherorts werfen wegen der Trockenheit sogar die Fichten ihre Nadeln ab. Ein Baum in der Nähe von Hirschau allerdings musste nicht darben - er wurde extra gegossen, weil er zu Weihnachten den Petersplatz schmücken soll.

Frühmorgens, wenn selbst Jogger noch im Bett liegen, fährt Bernhard Wisgickl mit seinem Wassertank in den Wald. "Dann gießt er dieses Pracht-Exemplar", erzählt der Hirschauer Bürgermeister Hermann Falk mit strahlendem Gesicht. In seinem Büro laufen die Fäden für das "Unternehmen Vatikan" zusammen. Während die Organisation des Baumtransportes und des Begleitprogrammes auf Hochtouren läuft, geht es gerade hauptsächlich darum, die auserkorene Fichte zu hegen und zu pflegen.

Bis zu 300 Teilnehmer

Der genaue Standort des 32 Meter hohen Baumes soll geheim bleiben. "Wir wollen ja keine unliebsame Überraschung erleben", sagt der Rathauschef. Nur so viel lässt er durchblicken: Er steht auf dem Gebiet der Stadt Hirschau. Zweitrangig sei das, betont Falk. "Das Ganze ist ein gemeinsames Projekt der drei Nachbarkommunen Freudenberg, Hirschau und Schnaittenbach." Bisher haben rund 150 Bürger aus den drei Gemeinden Interesse bekundet, an der Fahrt nach Rom teilzunehmen. Sie taten das, ohne zu wissen, wann genau die Reise vonstatten geht. Jetzt präsentiert Falk die ersten Eckdaten: Die feierliche Illumination auf dem Petersplatz ist für Freitag, 18. Dezember, vorgesehen. "Wir werden am Mittwoch, 16. Dezember, anreisen und am Samstag, 19. Dezember, dem vierten Advent, wieder zurückkehren." Der Chef-Organisator geht davon aus, dass es nicht bei den 150 Teilnehmern bleibt. "Ich rechne mit bis zu 300", sagt er. Dann würde sogar ein ganzes Flugzeug voll werden.

Am vierten Advent

Der Baum selbst wird schon eine Weile in Rom sein, wenn die Oberpfälzer kommen. Der Tieflader mit dem zusammengeschnürten Prachtstück soll bereits am Montag, 23. November, Richtung Italien aufbrechen. Vier Tage sind für den Transport eingeplant. "Die beteiligten Firmen haben das Vorhaben schon minutiös geplant", berichtet der Bürgermeister. "Der Fahrer des Schwertransports sagt schon: ,Das wird der Auftrag meines Lebens'." Die Firmen Markgraf (Bayreuth) und Einhäupl (Weiden) kommen für die Kosten des Unterfangens auf. "Der Vatikan hat noch einmal betont, dass keine Steuergelder verwendet werden sollen", sagt Falk.

Das Begleitprogramm steht noch nicht im Detail fest. Neben einer Audienz bei Papst Franziskus soll es eine Begegnung mit Benedikt XVI. geben. Ministerpräsident Horst Seehofer hat die Schirmherrschaft übernommen. Ob er an der Fahrt teilnimmt, hat er noch nicht entschieden. "Es ist aber gut möglich", erklärt Falk. Die drei Gemeinden werden sich bei einem kleinem Adventsmarkt auf dem Petersplatz präsentieren. Dabei soll Oberpfälzer Blasmusik erklingen und Bier aus der Freudenberger Brauerei fließen.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/vatikan-baum
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